Kittys kurze Kritik
Unter dem Herzen | Schön macht´s nicht, aber glücklich

20 September 2017 | 4 Zitate


Ildikó von Kürthy - Unter dem Herzen



Es ist absolut nichts Besonderes, wenn ein Baby zur Welt kommt.
Außer, es ist das eigene!

Dehnungsstreifen und Dinkelstangen, Nachgeburt und Frühförderung, wettrüstende Supermütter, Milchstau und Karriereknick, Angst, Glück, Zweifel – und überall Pastinakenbrei!
«Unter dem Herzen» ist mein Tagebuch aus einer fremden Welt. Denn mir ist neulich etwas Ungeheuerliches passiert: Ich bin Mutter geworden! Und als Anfängerin auf diesem Gebiet fragt man sich: Muss mein Neugeborenes wirklich eine Fremdsprache lernen? Warum schreit es? Warum schreit es nicht? Ist es erlaubt, sich mit dem eigenen Baby zu langweilen? Was genau ist eigentlich eine gute Mutter, wo ist dieser verdammte Beckenboden, und wie belastbar wirkt man auf Vorgesetzte, wenn man nach Babykotze riecht? Nichts ist mehr so, wie es mal war. Und irgendwann steht eine Kerze auf der Torte. Jemand sagt so etwas Ähnliches wie «Mama», und du denkst: «Mensch, der meint ja mich!»
Ildikó von Kürthy





»Schwangerschaftswoche: 6+6
Gewicht: Tendenz: steigend.
Zustand: Ich ringe mit mir, meinen Gynäkologen zu bitten, in unser Gästezimmer einzuziehen. Nur zur Sicherheit und bloß für die nächsten acht Monate.«
Zitat aus: "Unter dem Herzen"



Gefällt mir:

Ich mag es total, wie ehrlich die Autorin mit dem Thema "Schwangerschaft" umgeht. Sie beschreibt, wie sie sich in den zehn Monaten gefühlt hat und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Bei vielen ihrer Aussagen musste ich sehr laut lachen, weil ich mich selbst darin wiedergefunden habe.
Von Kürthy schreibt mit viel Herz und Gefühl. Man merkt, wie sehr sie ihren Sohn liebt, obwohl er noch gar nicht auf der Welt ist.
Außerdem spricht sie auch Dinge an, die während einer Schwangerschaft, bzw. während einer Geburt weniger schön sind und über die man eigentlich gar nicht redet.


Gefällt mir nicht:

Nach der Geburt zog sich leider alles etwas in die Länge. Mir fehlte die Leichtigkeit der vorangegangenen Seiten.
Auch die Zeitungsartikel, die sie rezitiert empfand ich eher langweilig, als unterhaltsam.


Bewertung:

Ein locker leichtes Buch, welches (werdende) Mütter unbedingt lesen sollten. Man kann sich sehr gut in die Autorin einfinden, weil jede Schwangere es (zumindest beim ersten Kind) garantiert genauso erlebt hat.



Rezension:
Gilly Macmillan - Toter Himmel

17 September 2017 | Kommentieren



Original: Burnt Paper Sky
02.05.16 | 544 Seiten | Knaur. Autorin | Leseprobe Kaufen  

Was ist der schlimmste Alptraum einer Mutter?
Wie so oft ist Rachel mit ihrem achtjährigen Sohn Ben spätnachmittags auf dem Weg zum Waldspielplatz. Heute will Ben allein vorauslaufen – selbstverständlich lässt Rachel ihn ziehen. Und findet Minuten später nur eine leer schwingende Schaukel vor…
"Ich blickte mich um, in der Erwartung, dass er lachend auftauchen würde, aber da war nichts als Stille, als habe der Wald die Luft angehalten. Mein Blick folgte den Bäumen in die Wipfel und in den Himmel darüber, und ich spürte, wie Dunkelheit aufzog, unerbittlich wie eine Flamme, die auf einem Stück Papier vorwärtswandert, dessen Ränder sich kräuseln, bis nur Asche zurückbleibt. In diesem Augenblick wusste ich: Ben war nicht mehr da."
Doch dies ist nur der Anfang von Rachels Martyrium. Während die Polizei in ihrem Leben das Unterste zuoberst kehrt, ohne eine brauchbare Spur zu finden, hat die Öffentlichkeit ihren Schuldigen längst ausgemacht: Rachel. Geschickt wechselt Gilly Macmillan zwischen der Sicht der verzweifelten Mutter und der des beinahe ebenso verzweifelten Kommissars, dazwischen eingestreut die Hasstiraden der Netzgemeinde. Dabei weiß der Leser von Seite zu Seite weniger, wem er trauen darf. Sicher ist nur eins: Die Uhr tickt.





»"Nicht alles, was Menschen tun, ist vernünftig", sagte Clemo, "besonders wenn sie unter Druck stehen.[...]«
Zitat aus: "Toter Himmel"


Rückblick August
Es geht aufwärts!

05 September 2017 | 12 Zitate


Ihr Lieben,

der August ist ins Lande gezogen und ich sitze hier und bin völlig aus de Häuschen vor Freunde, dass ich tatsächlich wieder Bloggen kann. 😄 Die letzten Wochen waren echt nicht schön, denn erstmal hatte ich zig Dinge im Kopf, die ich gerne aufgeschrieben hätte, aber eben nicht konnte und dazu kam, dass ich auch noch ein paar Rezensionen schreiben musste, da es sich um Rezensionsexemplare handelte. Glücklicherweise waren die Verlage sehr verständnisvoll, dass es dieses Mal ein bisschen länger gedauert hat, als sonst. Man muss eben nur miteinander kommunizieren und schon werden Probleme aus der Welt geschafft.