Rezension: Stefanie Maucher - Fida

08 Oktober 2013 |




Titel: Fida
Autor: Stefanie Maucher
Verlag: LUZIFER
Seiten: 187
Leseprobe: Hier
Preis: 4,99€
Kaufen: Hier :)










Klappentext


Nach einem Besuch in der Stadtbücherei wurde Laura zum letzten Mal gesehen. Was geschah mit ihr? Wie gehen ihre Eltern mit dem Verschwinden des einzigen Kindes um? Das erzählt Stefanie Maucher in ihrem neuen Thriller FIDA. 
Was würden Sie tun, wenn ihr Kind einfach verschwindet? Wenn Sie nicht wissen, ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde Ihre Familie näher zusammenwachsen oder unter der Last auseinanderbrechen? Wann würden Sie die Hoffnung aufgeben? Und wie weit würden Sie gehen, wenn Sie den Täter finden?



Der erste Satz



"Eiligen Schrittes überquert sie die Straße und hastet mit gesenktem Kopf den Gehweg entlang."



Meine Meinung


"Fida" wird hauptsächlich aus drei Perspektiven erzählt. Einmal die des Opfers, die der Mutter und die des Täters. Im Laufe des Buches kommt auch noch eine vierte Person hinzu: Der Vater des Täters.
Nachdem ich bei Weltbild dieses Buch gesehen habe, war ich total neugierig, weil sich die Kurzbeschreibung für mich sehr spannend angehört hat. Leider empfand ich den Anfang der Geschichte allerdings nicht wirklich als spannend. Man lernt die einzelnen Protagonisten kennen. Weiß, welche Rolle sie spielen und versucht sich in sie hineinzuversetzen.
Ich fange mit Sarah (dem Opfer) an:
Das Mädchen ist im Grunde wie alle Mädchen in ihrem Alter. Sie hört gerne Musik, hat eine Schwäche für Bücher und fängt langsam an sich für Jungs zu interessieren.


"Noch vor einem Jahr hatte sie Jungs generell furchtbar doof gefunden, fand sie immer noch blöd. Die miesten waren wirklich Idioten. Außer Tobi, mit dem sie zwar kaum ein Wort wechselte, der ihr aber trotzdem tiefgründig, interessant und irgendwie seelenverwandt vorkam.
Seite 14 (Tolino Shine)"


Doch an einem Tag streitet sie sich mit ihrer besten Freundin, weil diese mit ihrem Schwarm flirtet.
Sie flüchtet vom Schauplatz und betritt die Bibliothek. Als sie schließlich ihren Bus, der sie nach Hause bringen soll verpasst, geht das Drama los.
Mit Sarah konnte ich mich am besten identifizieren. Was sie alles durchmachen muss, ist an Grausamkeit fast nicht zu überbieten. Mir wurde an manchen Stellen regelrecht schlecht! Am Liebsten hätte ich sie eigenmächtig aus den Klauen des Täters befreit, aber leider stand das ja nicht in meiner Macht.
Der Täter hat mir selbst beim Lesen total Angst gemacht und auch Gänsehaut bereitet. Mehr als einmal habe ich in Gedanken geschrien, das es jetzt endlich aufhören und er endlich gefangen werden muss. Mein Respekt an Stefanie Maucher, wie sie diesen Mann beschrieben hat. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es leicht ist, so einen kranken Irren ins Leben zu rufen.
Zu guter Letzt wäre da Tatjana. Die Mutter von Laura. Natürlich hat sie mir total leid getan, allerdings hätte ich mir bei ihrer Person mehr Tiefe gewünscht. Es fehlte mir das Tüpfelchen auf dem I. Ihre Handlungen konnte ich manchmal nicht ganz nachvollziehen. Besonders zum Ende hin bin ich arg ins Grübeln gekommen, ob wirklich jeder normale Mensch das so tun würde, was sie getan hat. Ich bin leider nie richtig warm mit ihr geworden, was wirklich sehr, sehr schade ist. Und von Sarahs Vater fange ich am besten gar nicht erst an, sonst rege ich mich nur wieder auf...

Hat man alle Charaktere kennengelernt, baut sich endlich Spannung auf. Ist Sarah noch am Leben? Wird der Täter gefasst werden? Wie gehen Sarah´s Eltern mit dem Verlust um?
Musste ich mich noch am Anfang zwingen weiter zu lesen, ist es ab etwa der Hälfte gar nicht mehr möglich das Buch aus der Hand zu legen. Es wird spannend. Leider wird diese Spannung durch sich mir nicht erschließende Aktionen von Tatjana manchmal ein bisschen raus genommen, was dem Lesefluss allerdings überhaupt nicht schadet. Der Einblick in den Täter hat mich total erschreckt. Es war schrecklich und deshalb finde ich auch, das "Fida" für niemanden mit schwachen Nerven geeignet ist.


"Seit sie lesen gelernt hatte waren Bücher für sie mehr als nur etwas, in das man seine Nase stecken musste, weil der Lehrer es aufgab. Für sie waren die Figuren in Büchern Freunde, die sie mitnahmen auf abenteuerliche Reisen in andere, aufregende Welten. Manchmal, wenn sie mit einem Buch fertig war und den Deckel zuklappte, war sie regelrecht traurig, die neugewonnenen Freunde wieder verlassen zu müssen
Seite 16 (Tolino Shine)"


Fazit


Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch bewerten soll. Mittelmäßig ist es nicht, aber es hat auch mehr als nur ein paar kleinere Schwächen. Zu allererst die Protagonistin. Ich bin nie richtig mit ihr warm geworden. Ab und zu hat sie mich sogar ein bisschen genervt. Bei ihr hätte ich mir auch mehr Tiefe gewünscht.
Außerdem fand ich "Fida" an manchen Stellen schlicht zu brutal. Weniger ist meiner Meinung nach mehr.
Wer allerdings ein starkes Nervenkostüm besitzt und sich auch von Brutalität (die bis ins kleinste Detail beschrieben wird) nicht abschrecken lässt, für den ist "Fida" genau das Richtige.


5 Zitate

  1. Das Buch möchte ich diesen Monat unbedingt noch lesen!

    Sehr schöne Rezi ;)

    Liebe Grüße,
    Inessa

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    1. Dannke sehr ☺
      Ich bin schon auf deine Rezi gespannt. Viel Spaß beim Lesen!
      LG
      Kitty

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  2. Hm.. ich habe ja schon länger mit diesem Buch geliebäugelt und bin auch eigentlich nicht zart beisaitet, aber ich weiß nicht mehr sooo genau ob ich es lesen möchte nach deiner Rezension!

    Tut mir übrigens Leid, dass ich deine Wunschliste so füttere :b
    & Konntest du dein Buch noch glätten?

    Liebst, Lotta

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  3. Ich habe mich auf der Buchmesse mit einem Autor, der früher Kriminalkommissar war und auch mit Gewaltverbrechen an Kindern zu tun hatte, darüber unterhalten, was man in einem Buch beschreiben sollte und was nicht. Er hat zu Denken gegeben, dass man unbedingt vermeiden sollte, (sexuelle) Gewalt an Kindern zu ausführlich zu beschreiben, weil es genug Pädophile gibt, die sich an solchen Büchern dann aufgeilen, auch wenn der Autor das nicht beabsichtigt hat.

    Mir wurde in "Fida" viel zu ausführlich beschrieben, was mit dem Mädchen passiert, das hatte schon was von "Torture Porn" (also dem Schwelgen in Gewalt um der Gewalt willen). Ich lese das Facebook der Autorin und bin daher ganz sicher, dass sie da keine bösen Absichten hatte, aber ich fand es bedenklich.

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    1. Echt? Oh, dann ist dieses Buch meiner Meinung nach auch bedenklich.
      Mir war es ebenfalls zuviel. Stellenweise wurde mir richtig schlecht, als ich gelesen habe, was er dem armen Mädchen alles angetan hat.
      Eigentlich lese ich gern mal kranke und brutale Thriller, aber das war mir dann doch zu viel.

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