Rezension: Steffen Wittenbecher - Ingeschenk

27 Oktober 2013 |





Titel: Ingeschenk
Autor: Steffen Wittenbecher
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Seiten: 308
Leseprobe: Hier
Preis: 8,95€
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Klappentext


(Auszug)»Weißt du, Ingeborg. Als ich gestern Nacht so an deinem Bett stand, hätte ich letztlich alles mit dir tun können. Aber nein, ich habe es nicht getan und weißt du auch, warum ich nichts getan habe?« Frau Ginster saß schweigend da, nicht fähig, irgendetwas darauf zu antworten. »WARUM NICHT? INGEBORG!« Sie zuckte zurück. »Ich weiß es doch auch nicht«, antwortete sie hastig und sah Hilfe suchend auf die reglose Decke. »„Ich weiß es doch auch nicht“«, äffte er sie nach.»Du sollst alle deine Sinne beisammenhaben, wenn ich abermals an deinem Bett stehe.« Er beugte sich vor und klopfte mit dem Messer auf seinem Mund herum. »Komm schon, Ingeborg, gib mir einen Kuss.« Frau Ginster wurde blass und das Atmen fiel ihr schwer. Sie schüttelte heftig ihren Kopf, doch er spitzte nur seinen Mund. »Komm schon, zier dich nicht, Mädchen. Das gibt dir schätzungsweise weitere zwei Minuten, die du am Leben bleibst.« Angewidert blickte sie ihm in das Gesicht. Sie konnte Kuchen und Zigaretten riechen und seinen Schweiß. Sie hasste ihn ...   INGESCHENK   Örtchen Klang im Mai 1986. Die Ereignisse überschlagen sich: Die resolute und auch etwas schrullige Ingeborg Ginster wird eines Morgens, an ihrem Duschtag, mit dem spurlosen Verschwinden ihres Lieblingspostboten Herrn Schmidt konfrontiert. Gleichzeitig gerät ihr Kater in das Visier eines Unholdes und kehrt verletzt heim. Doch hier endet ihre Unglückssträhne keineswegs: Sie muss feststellen, dass ihr sämtliches Erspartes - immerhin 150.000 DM - nicht mehr aufzufinden ist.



Der erste Satz



"Der Hunger hatte ihn zurück in das Haus und als Erstes in die Küche getrieben."



Meine Meinung


Schon gleich am Anfang, als ich die liebeswerte Ingeborg Ginster kennen lernte, habe ich mich gefragt, an was mich sie und ihre Gewohnheiten doch erinnern. Nach kurzen Überlegungen wusste ich Bescheid: Sie hat ein bisschen was von meiner Mom und ganz schön viel von meiner Oma.
Ingeborg ist ein bisschen durcheinander. Das Alter hat Spuren hinterlassen. Sie vergisst viel, aber um dem aus dem Weg zu gehen, macht sie sich Notizen, was sie auf keinen Fall vergessen darf und klebt sich diese an ihren Kühlschrank. Den Kühlschrank würde ich ja echt gerne mal sehen. Ob da überhaupt noch ein bisschen Weiß zu sehen ist? Nach allem, was man erfährt, dürfte da wohl nicht mehr viel von vorhanden sein. ;) Frau Ginster hat, wie es in dem Alter üblich ist, ihre Angewohnheiten, die man besser nicht durcheinander bringen sollte. Sei es der Duschtag, oder ihre Vorliebe für Kittelschürzen. Nicht zu vergessen wäre da auch noch das Spitzendeckchen unter ihrem Telefon, welches immer am richtigen Platz sein sollte.
Wie es der Zufall so will, wird eine dieser Dinge allerdings mächtig gestört, als es an ihrem Duschtag an der Türklingel läutet und ein völlig neuer Postbote vor der Tür steht und später auch noch ihren geliebten Kater Helmut tritt.


""Was du meinem Helmut angetan hast, wirst du bereuen. Was du mit und meinem Duschtag angetan hast ebenso".
Seite 34 (Tolino Shine)"


Ab dem Tag gerät ihr Leben völlig aus den Fugen und eine spannende Geschichte beginnt.
Ingeborg Ginster habe ich ab der ersten Seite an geliebt! Sie ist so herrlich witzig und sarkastisch. Ihre Art alles einfach gerade heraus zu sagen hat mich so sehr an meine eigene Oma erinnert, da konnte ich nicht anders, als mir die Protagonistin äußerlich auch genau so vorzustellen. Frau Ginster führt die meiste Zeit über Selbstgespräche, die mir manchmal ehrlich die Lachtränen in die Augen getrieben hat. Einfach köstlich, was sie sich nicht alles zu erzählen hat.
Gut gefallen hat mir, wie unglaublich schlau Frau Ginster ist. Was sie sich nicht alles zusammen reimt und vor allem, wie sie ihren Mitmenschen gegenüber tritt. Ich habe jetzt noch ein fettes Grinsen im Gesicht, wenn ich drüber nachdenke, wie sie bei der Beschwerdestelle der Post anruft...



""Erwische ich Sie allerdings noch einmal dabei, wie Sie ihm irgendetwas antun, und sei es auch nur, dass Sie ihn schief anschauen ..." (...) "... dann schwöre ich Ihnen, so wahr ich hier stehe, dann hole ich den Spaten aus meinem Keller und ziehe diesen, ohne zu zögern, über Ihren Schädel. Anschließend vergrabe ich Ihre Leiche in meinem Garten ... gleich dort vorne, sehen Sie.".
Seite 136 (Tolino Shine)"



Der einzige Wermutstropfen, den ich beim Lesen empfand, war der, das ich mich an manchen Stellen doch etwas zwingen musste weiterzulesen. Ich hatte da das Gefühl, es geht gerade nicht richtig vorwärts. Diese Stellen sind allerdings nur minimal und sind Dank der echt guten Schreibweise von Steffen Wittenbecher auch schon sehr schnell wieder vorbei.


Fazit


"Ingeschenk" ist ein wirklich gut gelungener Debütroman, der mich überzeugen konnte. Frau Ginster ist eine Klasse für sich. Man muss sie einfach lieb haben! Die Story ist gut durchdacht und gekonnt zu Papier gebracht worden. Es hat mir viel Spaß gemacht, den Roman zu lesen, auch, wenn es diesen kleinen Wermutstropfen gab.











Vielen Dank an Steffen Wittenbecher für die Bereitstellung dieses Leseexemplars!


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