Rezi: Marc Levy - Wer Schatten küsst

11 Februar 2014 |





Titel: Wer Schatten küsst
Autor: Marc Levy
Verlag: Blanvalet
Seiten: 256
Leseprobe: Hier
Preis: 8,99€ 
Kaufen: Hier 




Klappentext

Liebe hat viele Gesichter – doch nur eines werden wir nie vergessen …

Als Kind stiehlt er die Schatten derer, die seinen Weg kreuzen – Freunde, Feinde und seine erste Liebe. Und erhält so Einblick in ihre Träume, Wünsche und Sorgen. Was soll er aber mit dieser Gabe anfangen, die ihn so verwirrt? Jahre später ist aus dem Schattendieb ein Arzt geworden. Hat er immer noch die Fähigkeit, die Sehnsüchte derer zu erahnen, die ihn umgeben? Erneut wird er mit der Frage konfrontiert: Kann er den Menschen dabei helfen, ihre Träume zu leben, statt ihr Leben zu träumen – und selbst das Glück und die Liebe finden?


Der erste Satz

Ich hatte Angst vor der Nacht, Angst vor den Silhouetten, die sich in die abendlichen Schatten einschlichen, die mal in den Falten der Vorhänge, mal auf der Tapete des Schlafzimmers tanzten.
 

Meine Meinung

Der Schattendieb hat eine besondere Gabe: Er kann die Wünsche und Ängste derer erkennen, deren Schatten er stiehlt. Diese Besonderheit entdeckt er in seiner Kindheit, und besitzt sie auch als Erwachsener. Ihm scheinen ungeahnte Möglichkeiten offen zu stehen: Wird er sie nutzen?



Eltern altern nur bis zu einem bestimmten Moment, in dem sich ihr Bild in unseren Erinnerungen verfestigt. Man muss nur die Augen schließen und an sie denken, um sie für immer so zu sehen, wie sie waren, als würde die Liebe, die wir ihnen entgegenbringen, die Macht besitzen, die Zeit anzuhalten.

Seite 113  

Der Protagonist scheint keinen Namen zu haben. Jedenfalls wird dieser im Buch nicht erwähnt. Das ist aber keinesfalls störend, weil er uns seine Geschichte selbst erzählt. Er ist ein gefühlvoller Kerl, der sich schon als Kind hohe Ziele setzt und alles dafür gibt, diese zu erreichen. Ich bin zwar nicht gleich mit ihm eins geworden, aber im Laufe der Geschichte habe ich mich immer mehr mit ihm angefreundet.
Seine Mutter begleitet uns das ganze Buch über. Ich mag sie total. Sie ist eine sehr warmherzige und völlig selbstlose Frau, die für ihren Sohn alles tun würde. Er kann sich wirklich glücklich schätzen, sie zu haben.



Die Jahre vergehen nur scheinbar. Die einfachsten Momente bleiben für immer in unserem Gedächtnis verankert.

Seite 141   


Marc Levy gehört nicht umsonst zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Wie er schreibt ist zauberhaft. Seine Geschichten haben mich seit jeher in seinen Bann gezogen, was sich mit "Wer Schatten küsst" nicht geändert hat. Er macht die Figuren für seine Leser sehr lebendig, so dass man sich schon bald als ein wichtiger Teil der Geschichte sieht. Die Umgebungen werden plötzlich zur Realität und man meint einen Film vor seinem inneren Auge ablaufen zu sehen. Auch bei "Wer Schatten küsst" hatte ich die Empfindung, dass sich der Protagonist mit mir getroffen hat und mir nun seine Geschichte erzählt. Eine Geschichte wie ein Märchen, absolut magisch und zauberhaft.
Es fiel mir zwar am Anfang etwas schwer mich mit dem Protagonisten zu identifizieren, aber als diese Hürde schließlich überwunden war, flogen die Seiten nur so an mir vorüber. Marc Levy hat das Buch in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil erzählt von der Kindheit des Protagonisten, der zweite Teil über den Erwachsenen, der Arzt geworden ist. Das meiste, was man in seiner Kindheit erfahren hat, wird in seiner späteren Zeit miteinander verknüpft. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die einzelnen Dinge wieder zu erkennen und zu sehen, ob es nun wirklich so geschehen ist, wie er wollte, oder ob es vielleicht doch anders gekommen ist.
Neben dem sehr gut gezeichneten Protagonisten wurden auch die anderen Charaktere des Buches sehr gut gezeichnet. Man kann sich mit jedem identifizieren und eigentlich gibt es auch keinen, den man in irgendeiner Weise verabscheut.
Die Geschichte fügt sich wie ein Puzzle immer weiter zusammen und ist leider viel zu schnell vorbei. Doch der flotte und gefühlvolle Schreibstil von Marc Levy lässt auch nichts anderes zu, als diesen Roman, so wie ich, in einem Rutsch durchzulesen.


Fazit

Mich hat dieses Buch sehr berührt. Obwohl es eher eine Erzählung ist und ich eigentlich lieber "lebendige" Bücher lese, in denen mehr gesprochen als erzählt wird, hat Marc Levy es fertig gebracht, dass ich meine Meinung völlig geändert habe. Der Protagonist ist so toll, dass es nicht möglich ist, ihn nicht zu mögen und sich nicht mit ihm identifizieren zu können. Hinzu sind so viele tollen Zitate in dem Buch vorhanden, dass es mir sehr schwer fiel, mich für zwei zu entscheiden. 
Ich liebe dieses Buch. Es ist rührend, es ist magisch, es ist toll.

Berührend







♥lichen Dank an Blanvalet!

1 Zitat

  1. Du sprichst mir aus dem Herzen! Dieses Buch war wirklich ein Traum! Mir fällt jetzt erst auf, dass wirklich mehr erzählt als gesprochen wurde. Das habe ich im Buch gar nicht so gemerkt.

    Liebe Grüße, Katja :)

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