Rezension:
Nadine d’Arachart & Sarah Wedler - Abgründe

31 Oktober 2014 | 7 Zitate



Verlag: Telescope 
Seiten: 230
Leseprobe: Hier
Autoren: Website
Preis: 9,99€
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Klappentext:

Eine Mordserie erschüttert den amerikanischen Küstenort Virginia Beach. Frauenleichen werden öffentlich zur Schau gestellt. Durch makabre Arrangements offenbart der Killer die dunkelsten Seiten seiner Opfer. An jedem Tatort wird ein ‚A’ gefunden, der einzige Hinweis auf den Täter. Schafft es Detective Ethan Hayes, den Serienmörder zu stoppen oder steht ihm seine eigene finstere Vergangenheit im Weg?


Der erste Satz:


Claire konnte nicht glauben, dass sie wieder hier war.


Meine Meinung:

Inhalt
Das Ermittlerteam um Detective Ethan Hayes tappt im Dunkeln. Sie sind einem Serienkiller auf den Fersen, doch finden keinerlei Hinweise um wen es sich bei diesem handeln können. Dieser Killer ist der Schrecken, denn er tut seinen Opfern schreckliche Dinge an und ritzt ihnen post mortem auch noch ein "A" auf die Stirn.
Je mehr Frauen er tötet um so mehr kommt Ethan zu der Erkenntnis, dass er eine wichtige Rolle bei den Verbrechen spielt. Und das, ob er es nun will oder nicht. Wird er die Verbindung herausfinden und so den Täter schnappen können?


Virginia Beach war immer ein vergleichsweise friedlicher Ort gewesen. Manchmal glaubte Ethan, der Killer hatte sich genau deshalb diese Stadt ausgesucht.
Zitat aus "Abgründe" 


Charaktere
Ethan ist kein typischer "Bulle". Er  nimmt es nicht so genau. Allen voran die Tatsache, dass er sich als Polizist vielleicht besser nicht mit Prostituierten abgeben und ihre Dienste in Anspruch nehmen sollte. Er wollte schon als Kind Polizist werden, weil gerade in seiner Kindheit einiges geschehen ist, mit dem er so fertig werden möchte.
Haley, sein Sohn, kam erst als Teen zu seinem Vater. Er verlor bei einem tragischen Unfall seine Mutter und wurde danach von Ethan aufgenommen. Haley liebt es zu schreiben. Mit diesem Hobby verbringt er seine meiste Freizeit.
Evangeline lernt Ethan bei einer Zeugenbefragung kennen und lieben. Sie lässt sich nicht gern etwas sagen. Sie steht mit beiden Beinen im Leben und ist eine sehr selbstbewusste Frau.


Am Besten fand er, immer gleich an Ort und Stelle zu sein. Immer dort, wo die Action war. Doch irgendwann reizten ihn die größeren Themen: Mord und Totschlag. Er wollte die richtig bösen Jungs schnappen und sich nicht weiter mit Kleinganoven und Temposündern abgeben.
Zitat aus "Abgründe"  -Ethan-


Gesamt
Schon am Anfang war ich hin und weg vom Aufbau der Geschichte und von dem hervorragenden Schreibstil der beiden Autorinnen. Eigentlich heißt es ja in einem sehr bekannten Spruch: "Viele Köche verderben den Brei", was sich hier allerdings nicht bestätigen lässt. Ich war positiv überrascht, wie die beiden Autorinnen diesen Thriller zum Leben erwacht haben lassen, was mir mehr als einmal eine Gänsehaut beschert hat.
Der Killer ist wirklich grausam und die Tatsache, dass wir auch in seinen Kopf hineinschauen können, da immer mal wieder ein Kapitel nur um ihn handelt, hat mir den Schrecken in die Glieder getrieben.
Leider konnte ich am Anfang nicht wirklich viel mit dem Protagonisten Ethan anfangen. Er war mir suspekt und ich mochte ihn einfach nicht, weil ich es nicht gut fand, wie er seine Freizeit so gestaltet. Je mehr ich allerdings über ihn erfahren habe, umso mehr konnte ich mich in ihn hineinversetzen und schließlich auch mit ihm sympathisieren. Ich hatte das Gefühl, dass Ethan erst nur eine farblose Hülle war, aber im Laufe der Geschichte von den Autorinnen immer mehr ausgemalt wurde, bis er sich schließlich zu einem richtig guten Protagonisten, mit Ecken und Kanten, entwickelt hatte.
Auch die Nebencharaktere fand ich gut gezeichnet. Sie haben nicht zu viel Raum in Anspruch genommen, waren aber auch nicht einfach nur so dahingeklatscht worden. Diesen Mittelweg haben die Autorinnen wirklich sehr gut hinbekommen.
Ebenfalls die verschiedenen Perspektivenwechsel und die häufigen Einblicke in Ethans Vergangenheit konnte mich auf ganzer Linie überzeugen und gaben diesem Thriller noch das Tüpfelchen auf dem "i".
Was mir leider nicht so zusagte ist, dass ich sehr schnell darauf gekommen bin, bei wem es sich um den Mörder handelt. Dies war meiner Meinung nach einfach viel zu offensichtlich dargestellt, was den Spannungsbogen für mich ein bisschen in den Keller befördert hat. Doch trotz dieser Spannungseinbuße hielt mich die Neugier, wie und wann Ethan auf das kommt, was ich schon längst wusste, an dem Roman fest.


Fazit:

Positiv
Das Cover passt zu der düsteren Stimmung, die im Roman die gesamte Zeit über herrscht. Es passiert ständig irgendwas von Belang und hält einem so an der Geschichte.
Der Schreibstil ist sehr flüssig. Man merkt überhaupt nicht, in was für einer Geschwindigkeit man die Seiten umblättert und den Thriller verschlingt.
Bis zu einem gewissen Punkt ist der Spannungsbogen unerträglich. Selbst als ich schon rausgefunden hatte, wer der Killer ist, wollte ich unbedingt wissen, wann und in welcher Situation es auch Ethan endlich herausfindet.
Der Aufbau der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Es wurden kurze, prägnante Kapitel gewählt, die immer aus einer anderen Sicht geschildert werden. Auch der Serienkiller kommt hier zu Wort und wir erfahren quasi live und in Farbe, was er mit den armen Frauen anstellt----> und das ist echt nicht lustig!
Sehr gut fand ich auch, dass die Autorinnen immer mal wieder einen kleinen Einblick in Ethans Vergangenheit gewähren und so viele Überraschungen für den Leser parat halten.

Negativ 
Ich konnte sehr lange keinerlei Bezug zu Ethan aufbauen. Er war für mich ein sehr merkwürdiger Charakter. Irgendwas, was ich nicht richtig benennen kann, hat mich sehr an ihm gestört. Zum Glück wurde es jedoch zum Ende hin mit dem Bezug besser.
Leider(!) bin ich schon ziemlich früh darauf gekommen, wer der Serienkiller ist. Das ist meiner Meinung nach echt sehr offensichtlich gewesen - und hat mir den größten Teil der Spannung versaut.
Ein kleineres Manko: Ich konnte Evangeline absolut nicht leiden. 



Kitty 

Top Ten Thursday #9
10 Bücher zum Gruseln

30 Oktober 2014 | 10 Zitate

Verkehrte Welt: Ich habe letzte Woche noch zu  Steffi gesagt, dass ich niemals zehn Bücher finden werde, die zu diesem Thema passen, da ich ja eigentlich nicht in der Horro-Abteilung einkaufen gehe. Komischer Weise war es aber dann doch ziemlich leicht, auch wenn ich bei einem Buch ein bisschen geschummelt habe. Das musste aber hier mit auf die Liste, obwohl ich nur den Film gesehen habe. Ich hatte damals so große Angst, dass ich bis heute nicht ein einziges Mal das Buch dazu in der Hand hatte. Ehrlich gesagt habe ich das aber auch nicht vor.


Meine zehn Bücher:

Sofern vorhanden, habe ich die Bücher wieder verlinkt. Die letzten drei, alle von Stephen King übrigens, habe ich vor ziemlich langer Zeit gelesen, weswegen sie zu Amazon verlinkt wurden. Ich bin mit meiner Auswahl wirklich ziemlich zufrieden. Kennt ihr eins der Bücher? Fandet ihr es auch (ein bisschen) spooky und beklemmend?



Anthony E. Zuiker - Dunkle Seele, Level 26 #1
Bei diesem Buch hat mir schon allein die Vorstellung an Sqweegel eine Gänsehaut beschert. Dazu dann auch noch die Videosequenzen, wo man ihn sozusagen in Action sieht: Hölle! Ich mag diesen Serienkiller einfach nicht. Er ist zum Gruseln. Aber so richtig!




Beatrix Gurian - Stigmata
Ich liebe, liebe, liebe dieses Buch. Habe ich das schon mal erwähnt? Bestimmt tausend Mal, ich weiß. Hier ist die gesamte Atmosphäre so düster, das man sich echt nur gruseln kann. Dazu die schönen Illustrationen in diesem Buch - Hach, es ist so toll.





Diana Menschig - So finster, so kalt
Der Wald ist so dunkel und die Stimmung, in der ich mich beim Lesen befand, war mehr als nur ein bisschen beklemmend. Ich kann euch dieses Buch sehr ans Herz legen. Eine wundervolle und spookige Märchenadaption, die meiner Meinung nach total gut gelungen ist.Ein wirklich grandioses Buch!




Lisa Gardner - Du darfst nicht lieben
Schon alleine, dass hier Spinnen eine große Hauptrolle spielen, hat mir mehr als nur einmal eine Gänsehaut beschert. Dazu dann auch noch die Hauptperson, die diese Viecher so toll findet und Dinge anstellt, nun, lest selbst. Es lohnt sich total, dieses Buch mal zur Hand zu nehmen.




Laura Wulff - Opfere dich
Mein erstes von Wulff, aber bestimmt nicht das Letzte. Ich weiß gar nicht, wie lange ich noch über dieses Buch nachgedacht habe. Es war auf jeden Fall ziemlich lange.






Sebastian Fitzek - Die Therapie
Natürlich darf ein Buch von Fitzek hier nicht fehlen. Bislang mein aller liebstes von ihm. Ich hatte ein bisschen Schiss, als der Prota so mutterseelen alleine auf der Insel war und dann auch noch diese komische Frau aufgetaucht ist...





Ilsa J. Bick - Brennendes Herz, Ashes #1
Hier geht es um Zombies. Hallo? Zombies!!! Ich hab das Buch echt geliebt und noch lange drüber nachgedacht. Warum habe ich die Reihe nur noch nicht weiter gelesen?! Das wird jetzt auf jeden Fall bald nachgeholt!





Stephen King - Es
Hier ist also mein "Schummel-Buch". Ich habe damals, als Kind den Film dazu gesehen und konnte wochenlang nicht schlafen. Außerdem habe ich seitdem eine regelrechte Antipathie gegen Clown entwickelt. Ich hasse sie wie die Pest. Die sind aber auch echt spooky.




Stephen King - Friedhof der Kuscheltiere
Das Buch habe ich mir damals, auch als Kind, von meinem Bruder stibitzt und heimlich gelesen. Meist kurz vorm Schlafen, damit es niemand mitbekommen. Was soll ich sagen: Ich hatte schlimme Alpträume. Einmal habe ich eine Fußspur aus Erde in meinem Zimmer gesehen. Mal ehrlich: Ich wäre fast gestorben vor Angst!




Stephen King - Shining
Hier war ich schon eine Ecke älter und doch hatte ich ein mulmiges Gefühl, während ich das Buch gelesen habe. Das Hotel ist so gruselig und auch alles, was sich zuträgt fand ich stellenweise nicht besonders lustig. Als ich dann auch noch die Verfilmung mit Jack Nicholson gesehen habe... Nun, ich habe immer noch ein bisschen Schiss, dass er irgendwann meine Tür demoliert und schreit: "Daddy ist da!"







Bei welchen Büchern habt ihr euch ein bisschen gefürchtet?


Kitty 

Rezension:
Rebecca Donovan - Liebe verletzt, Breathing #1

28 Oktober 2014 | 12 Zitate




Reihe: Breathing #1
Verlag: Fischer
Seiten: 512
Leseprobe: Hier
Autor/in: Website
Preis: 9,99€ 
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Klappentext:

Liebe ist langmütig. Liebe ist geduldig. Aber Liebe ist nicht blind … … und sie sieht nicht ewig zu, wie Emma leidet.
Genau das aber macht Evan so gefährlich – wenn er die Striemen auf ihrem Rücken entdeckt und die Brandwunden auf ihren Armen … wenn er herausfindet, dass ihre Stiefmutter sie brutal misshandelt, wird er sie befreien wollen aus dieser Hölle auf Erden.
Und weil Emma das spürt, stößt sie Evan mit Nachdruck von sich. Den Menschen, dessen Liebe sie heilen könnte. Den Menschen, den sie am meisten begehrt. Weil diese Liebe sie das Leben kosten kann …

Der erste Satz:


Atme. Meine Augen schwollen an, als ich versuchte zu schlucken.


Meine Meinung:

Inhalt
Emma lebt bei ihrem Onkel und deren Lebensgefährtin. Ihre Mutter kann sich nicht richtig um sie kümmern, da sie ihr eigenes, schweres Päckchen zu tragen hat. Aus diesem Grund hielten es alle für das Beste, dass das Mädchen bei ihrem Onkel unterkommt. Niemand konnte damals ahnen, dass es für Emma dort die Hölle auf Erden sein würde...
Emma zieht sich sehr zurück, zu tief sind ihre Wunden, die noch immer nicht verheilt sind. Sie hat nur eine beste Freundin. Diese jedoch begleitet Emma auf ihrem harten Weg und macht alles ihr Menschen mögliche, um ihr die Zeit bei ihrem Onkel ein bisschen erträglicher zu machen.
Als die Zwei Evan kennen lernen gerät ihre Welt jedoch ein bisschen aus den Fugen, denn Emma interessiert sich eigentlich sehr für den Jungen, aber ihre Liebe darf einfach nicht sein. Was soll sie nur tun?


Sollte ich ihm etwa sagen: Nein Eva, es ist nicht so, dass sie mich >nicht mag<, sie hasst mich zutiefst. Das gibt sie mir bei jeder Gelegenheit zu verstehen, denn ich habe mich in ihr Leben gedrängt, und sie möchte mich loswerden. Aber da ihr Mann der Bruder meines Vaters ist, geht das nicht, und sie sieht es als ihre persönliche Mission an, mir jede Sekunde meines Lebens zur Hölle zu machen.
Zitat aus "Liebe verletzt"


Charaktere
Emma ist in der Schule ein absolutes Ass. Sie hat einen klaren Einser-Durchschnitt, mit dem sie einiges erreichen möchte. Ihr größter Wunsch ist es, an einem College angenommen zu werden und so der Hölle, die sich bei ihr Zuhause zuträgt entfliehen zu können. Emma ist eine sehr selbstlose und gleichzeitig auch starke Person. Unfassbar, was sie alles erträgt, ohne daran zu zerbrechen.
Evan interessiert sich sehr für Emma und lässt sich von ihr nicht abschütteln. Je zickiger sie ihm gegenüber ist, desto mehr scheint er ihr hinterher zu laufen. Evan trägt sein Herz auf dem richtigen Platz und würde für Emma alles tun - wenn sie ihn denn lässt.
Sara ist Emmas beste Freundin. Sie selbst fühlt mit ihrer Freundin und würde ihr so gerne helfen, doch die Hilfe, die Sara ihr anbietet, lehnt Emma stets ab. Sara ist Emmas einziger Halt. Die Zwei sind unzertrennlich.



Ich wartete darauf, dass Carol auf meinen Trip nach Kalifornien reagieren würde, aber alles, worüber sie nach meiner Rückkehr redete, war de Reise auf die Bermudas, mit der sie George überrascht hatte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass George ihr gar nichts von dem Ausflug nach Kalifornien erzählt hatte. Ihre Prahlerei störte mich nicht; sie hinterließ keine blauen Flecken.
Zitat aus "Liebe verletzt"


Gesamt
Rebecca Donovon hat sich an ein sehr ernstes Thema rangewagt und die Umsetzung dieses Themas mit Bravour gemeistert. Als ich das erste Mal mit den Machenschaften von Emmas Tante vertraut gemacht wurde, und dies geschieht schon sehr früh, hatte ich einen dicken Kloß im Hals und war voller, unbändiger Wut. Am Liebsten hätte ich Emma eigenhändig aus diesem Haus herausgerissen und sie beschützt. Ich kann nicht beschreiben, was für Emotionen ich durchlebt habe, während ich "Liebe verletzt", insbesondere diese Stellen, gelesen habe. Es war ein Misch-Masch aus Unverständnis, warum Emma das mit sich machen lässt und doch wieder Verständnis: Sie weiß was passieren würde, wenn sie etwas sagt. Diese zwiespältigen Gedanken mischten sich mit Wut und Fassungslosigkeit.
Dadurch, dass Rebecca Donovon das gesamte Buch aus der Sicht von Emma in der Ich-Form geschrieben hat, findet man einen so festen Bezug zu der Protagonistin, das man das Gefühl hat, selbst das Opfer dieser häuslichen Gewalt zu sein. Und diese ist wirklich, wirklich heftig.
Es hat mich geschockt zu lesen, wie Carol reagiert, wie sie mit Emma umgeht; In welchen Situationen sie -völlig zu unrecht- ausrastet und was sie anschließend ihrer Nichte antut.
Gerade durch dieses ernste, bedrückende Thema stellten sich mir beim Lesen ständig die Nackenhaare auf. Die Schatten um Emma herum zogen sich durch das gesamte Buch. Ein Lichtblick ist jedoch ihre beste Freundin Sara sowie Evan, der die Sonne wieder in Emmas Leben bringt.
Die Passagen mit Sara haben mir ausgesprochen gut gefallen. Die Autorin hat es vorzüglich geschafft mir auch ihre Emotionen nahe zu bringen. Sie ist geschockt, wütend, aber auch voller Trauer. Man merkt förmlich, wie hilflos sie sich fühlt. Am Liebsten würde sie ihre beste Freundin aus dieser Hölle befreien, doch sie entscheidet sich auf Emmas Bitten hin immer wieder dagegen. Sie respektiert ihre Freundin, wenngleich ihr in manchen Situation allerdings auch das Verständnis fehlt. Diese Zerrissenheit, dieses "Ich würde dir so gerne helfen, aber ich weiß nicht wie." konnte ich die gesamte Geschichte über absolut nachvollziehen. Die Freundschaft der Beiden ist eine enorm feste und eine sehr Besondere. Ich bin wirklich froh, dass Sara immer für Emma da ist.
Einen großen Raum nimmt im Verlauf des Buches das gegenseitige Kennenlernen von Emma und Evan ein. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, doch Emma möchte nicht, dass er ihr Geheimnis erfährt. Schließlich weiß sie nicht, wie er darauf reagiert. Evan lässt jedoch nicht locker. Scharwenzelt ständig um seine "Auserwählte" herum und ist total begeistert von ihr. Emma hingegen weiß nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen soll. Auf der einen Seite möchte sie sich auf ihn einlassen, auf der anderen Seite aber denkt sie an ihre "Situation". Man kann sich die Beziehung der Zwei wie Tauziehen vorstellen: Es geht hin und her. Sie kommen sich näher und entfernen sich wieder voneinander. Hier haben mir die Reaktionen von Evan richtig gut gefallen. Er ist so verliebt in Emma, dass er um sie kämpft, sie aber nicht bedrängt. Er ist sehr behutsam in seinen Handlungen, was ihn für mich äußerst sympathisch gemacht hat.  Emma verändert sich, als sich Evan kennen lernt. Sie fängt wieder an zu Lachen und scheint dem Glück endlich wieder näher zu kommen, wenn sie in seiner Nähe ist.
Wie ihr seht konnte ich mich mit den Protagonisten super gut identifizieren. Und zwar mit jedem einzelnen, was natürlich total für die Autorin spricht. Besonders wie sie Emma gezeichnet hat, hat meinen vollsten Respekt verdient. Trotz ihrer Lage ist sie ein total selbstloser Mensch. Sie erträgt lieber die Schmerzen und die Demütigungen ihrer Tante, als die Anderen zu gefährden. Sie steckt für andere zurück. Rebecca Donovon beschreibt Emmas Seelenleben und ihre Erfahrungen so echt und so ehrlich, dass mir des Öfteren die Tränen kamen.


Fazit:

Positiv
Die Protagonisten sind alle so lebendig, dass es mir leicht fiel, mich mit ihnen zu identifizieren. Ich habe gefühlt, was sie fühlen und sie den gesamten Roman über sehr gerne begleitet.
Das ernste Thema der häuslichen Gewalt wird schonungslos ehrlich und detailliert von Rebecca Donovan beschrieben, was mich sehr nachdenklich gestimmt und auch sauer gemacht hat. Nicht, weil die Autorin es so geschrieben hat, sondern weil ich weiß, dass es in manchen Familien leider wirklich so zugeht. 
Sehr positiv für mich war, dass uns Emma ihre Geschichte aus ihrer Sicht in der Ich-Form erzählt. So bekommt man einen sehr guten Draht zu ihr und schließt sie sehr schnell und auch sehr leicht ins Herz.
Es war für mich alles nachvollziehbar. Zwar konnte ich am Anfang noch nicht verstehen, warum Emma das mit sich machen lässt, die Erkenntnis stellte sich jedoch im Verlauf der Geschichte ein.
Absoluter Pluspunkt ist für mich zweifellos Emma selbst. Sie wirkte echt, lebendig und authentisch. Ihre Emotionen und Handlungen waren für mich allesamt nachvollziehbar.
Eigentlich mag ich keine offenen Enden, doch hier war es passend und macht neugierig auf den nächsten Teil.
Ich werde dieses Buch garantiert so schnell nicht vergessen und kann es euch nur empfehlen!

Negativ 
Nichts



Kitty 


Die Reihe:

                                                                               27.11.2014            19.02.2015


Kittys kurze Kritik:
Abigail Haas - Dangerous Girls
Karen Perry - Bittere Lügen

27 Oktober 2014 | Kommentieren






Verlag: cbt
Mehr Informationen hier






Gefällt mir:
Es ist eine wahre Freude das Geschehen in sich aufzusaugen, wenn man das bei dieser Thematik überhaupt sagen kann. Die Geschichte ist eher eine ernste, als eine locker, leichte für zwischendurch.
Anna kam mir sehr lebendig vor. Dadurch, dass die Autorin diesen Roman aus ihrer Sicht erzählt und man auch mal in die Vergangenheit transportiert wird, bekommt man einen sehr, sehr tiefen Einblick in Annas Seelenleben und bekommt ihre Emotionen mit voller Wucht ab.
Der Schreibstil ist einfach wunderbar und auch der Aufbau des Buches hat mir sehr gut gefallen. Es werden immer mal wieder die Szenen gewechselt. Sei es das Vernehmungsprotokoll, oder die Verhandlung an sich. Stets wird erzählt, wo sich die Protagonistin gerade befindet, wie sie sich fühlt und was noch alles wichtig ist. Dabei begnügt sich Abigail Haas allerdings mir kurzen Fakten und schweift nicht ein einziges Mal in den Nonsens ab.
Annas Entwicklung kann man wie ein Daumenkino betrachten. Von himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Bei den Dingen, die ihre "Freunde" mit ihr machen, als sie des Mordes angeklagt wird, auch kein Wunder. Ich habe förmlich gesehen, wie aus der fröhlichen Anna ein Schatten ihrer selbst wurde. Es ist erschreckend, packend und wie oben schon erwähnt: Absolut keine Geschichte, die man mal eben schnell lesen kann, denn manche Passagen sind wirklich grausam und wer so wie ich, sich so sehr mit Anna identifiziert, der wird des Öfteren einen sehr, sehr dicken Kloß im Halse haben.
Die Bindung zwischen Anna und ihrer besten Freundin Elise ist eine sehr tiefe, sehr emotionale. Ich konnte Anna so gut verstehen: Wie sehr sie unter ihrem Verlust gelitten hat. Es war greifbar und es war total schrecklich.
Schon zu Beginn ist der Spannungsbogen sehr weit oben. Diese Spannung steigert sich im Verlauf der Geschichte sogar noch, was es mir fast unmöglich machte, das Buch eine längere Zeit zur Seite zu legen.
Zudem wird man ständig von der Autorin in die Irre geführt. Viele verschiedene Wendungen haben mich mit offenem Mund weiter lesen lassen. Nein, mit vielem habe ich absolut nicht gerechnet.
Der letzte Höhepunkt bei diesem Roman war für mich zweifellos das Ende. Es war sehr überraschend für mich und hat mich nachdenklich zurück gelassen.


Gefällt mir nicht:
Es gab eine klitzekleine Sache, die ich ein bisschen zu vorhersehbar fand.


Lieblingszitat:


"Wie groß ist deine Liebe?"
"Unendlich."
"Tiefer als das Meer?"

"Ja. Stärker als der Wind."
"Höher als der Mount Everest?"
"Ich weiß nicht, das ist ziemlich hoch ... Auu!" (Gelächter)
[...]
"Und was ist mit dir? Wie sehr liebst du mich?"
"Genug."
"He!"

"Du musst fragen: Genug für was?"
"Für alles."
Zitat aus "Dangerous Girls"

Bewertung:
Ich kann bis auf diese eine kleine Sache absolut nichts Negative zu "Dangerous Girls" sagen, sondern euch dieses Buch nur empfehlen. Es ist von vorne bis hinten wirklich sehr gelungen und hat mir viele schöne Lesestunden bereitet.
Ganz besonders das Ende hat mir unheimlich gut gefallen. Es ist ein bisschen offen, was mich allerdings überhaupt nicht gestört hat, denn es rundet diesem wundervollen Roman meiner Meinung nach, hervorragend ab. Lest es!











Verlag: Fischer
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Gefällt mir:
Der Prolog war richtig gut. Dort lernen wir die Protas kennen und erfahren, wie der kleine Dillon vor fünf Jahren bei einem Erdbeben ums Leben kam. Er machte mir richtig Lust auf das Buch und versprach mir, dass ich eine spannende Geschichte vor mir habe...



Gefällt mir nicht:
... Aber wie so oft kam es absolut anders:
Harry ist mir mehr und mehr auf den Zeiger gegangen. Er ist total engstirnig und schert sich einen Dreck um das Wohlbefinden seiner Frau. Ständig will er mit dem Kopf durch die Wand, was ich als sehr anstrengend empfunden habe. Doch auch Robin, seine Frau, wurde mir nicht sehr sympathisch. Beide Charaktere sind meiner Meinung nach einfach zu blass und zu leblos. Ich konnte sie weder verstehen, noch ihre Gefühle nachvollziehen. Manche Handlungen haben mich komplett sprachlos gemacht, von einigen Dingen aus der Vergangenheit, die alle auf den Tisch kommen, möchte ich besser erst gar nicht anfangen. Es war schwierig für mich das Buch wirklich bis zum Ende zu lesen, weil die Geschichte irgendwann nicht mehr voran ging. Man liest nur noch von Harry, wie er sich wieder einen zuviel hinter die Binde kippt und von Robin, die mit ihrer Ehe und eigentlich ihrem gesamten Leben sehr unzufrieden ist.
Das Einzige, was mich zum weiterlesen animiert hat war, dass ich wissen wollte, ob Dillon nur wirklich tot ist, oder nicht.
Ich möchte nicht spoilern und das werde ich auch nicht tun, aber ich muss einfach sagen, dass mir die gesamte Auflösung absolute Magenschmerzen bereitet hat: Völlig an den Haaren herbei gezogen. Es ist alles absolut unrealistisch und hat mich am Ende des Buches glatt ein bisschen sauer gemacht.


Lieblingszitat:

"Ach, wir hatten Dienstagabend einen tierischen Krach. Er hat mir vorgeworfen, ich würde lieber mit einem Glas Wein in der Hand Grey´s Anatomy gucken, als mit ihm zu schlafen."
Zitat aus "Bittere Lügen"

Bewertung:
Mir hat ehrlich nur der Prolog richtig gut gefallen. Er machte mich neugierig und versprach wirklich viel. Leider konnte der Rest des Buches aber nicht daran anknüpfen. Die Charaktere sind blass und nach einer Zeit wirklich sehr nervig. Spannung existiert nur minimal und bei dieser geht es einzig und allein nur um das Ableben, oder Leben von Dillon.
Die gesamte Auflösung der Geschichte empfand ich als überspitzt und viel zu unrealistisch.
Ich kann das Buch leider niemandem weiter empfehlen.





Kitty 

Meine Buchwochen #42 & 43
Lesereich

26 Oktober 2014 | 9 Zitate


Meine Buchwoche ist ja letzte Woche ausgefallen, weil ich Urlaub bei meinem Schatz gemacht habe und da nicht unbedingt einen neuen Beitrag schreiben wollte. Schließlich sehen wir uns viel zu selten. Also haben wir die Zeit lieber miteinander verbracht.
Dadurch, das ich also meine letzte Woche nicht zusammengefasst habe, hat sich so einiges an gelesenen Seiten angesammelt, die ich heute mit euch teilen möchte. Insgesamt habe ich sieben Bücher gelesen, was allerdings auch nicht wirklich schwierig war, schließlich hatte ich Urlaub. Leider war unter den Bücher kein Pageturner, allerdings hätte es "Liebe verletzt" fast geschafft einer zu werden. Ein wirklich erschreckendes und gleichzeitig berührendes Buch. Lest es! Ansonsten kann ich mich über meine gelesenen Bücher eigentlich auch nicht beschweren. Drei von sieben waren nicht wirklich was für mich und die anderen haben mindestens vier Blümchen bekommen. Das ist guter Durchschnitt, wie ich finde, oder was meint ihr?
Meine Neuzugänge habe ich euch ja schon gezeigt. Manche davon habe ich sogar schon gelesen. Besonders begeistert bin ich bisher von "Vor uns das Leben". Leute, ich kann manchmal vor lauter Tränen gar nicht weiter lesen.
Diese Woche habe ich nach zweimaliger "Abstinenz" auch mal wieder am TTT mitgemacht. Thema der Woche: Bei welchen zehn Büchern würdest du gern das Ende umschreiben?". Ich dachte erst, dass es bestimmt ein leichtes Thema sein würde, aber ich habe mich getäuscht. Zwar bin ich auf zehn Titel gekommen, was allerdings gefühlte Stunden gedauert hat.
Ach und bevor ich es vergesse: Ich habe in den letzten beiden Wochen auch endlich mal meinen Book Misery veröffentlicht. Lange hatte ich es ja angekündigt, aber nie geschafft. Thema: Negative Rezensionen und ihre "Folgen". Mich haben eure Kommentare teilweise echt schockiert. Es ist einfach unfassbar, dass man sich bei einer negativen Rezension anhören muss, dass man das Buch nicht verstanden hat, oder sich andere Dinge gefallen lassen muss...
Aber dazu habe ich mich ja schon lang und breit geäußert.


Die Wochen gelesen:





Meine kurze Meinung:

Der Weg der gefallenen Sterne war nicht so meins. Die Bände wurden immer langweiliger. Dieses Finale war absolut nichts für mich.  2/5
Sterne über Paris war mir viel zu emotionslos. Ich hätte mir mehr Tiefe, mehr Gefühl und besser gezeichnete Charaktere gewünscht.  1/5
Die vergessenen Träume ist kein Buch für zwischendurch. Es beinhaltet das ernste Thema der damaligen Anschläge auf Bali. Die Umsetzung fand ich richtig gut.  4/5
Dangerous Girls war für mich die Überraschung der letzten Wochen. Es lässt sich leicht, sowie schnell lesen und man bekommt ab und zu eine Gänsehaut.  5/5
Bittere Lügen ich mag gar nicht sagen, wie bescheuert ich dieses Buch fand. Besonders das Ende ging meiner Meinung nach überhaupt nicht! Zu unrealistisch.  2/5
Liebe verletzt Ich Heulsuse musste mal wieder weinen, als ich dieses Buch gelesen habe. Es ist erschreckend, aber absolut toll. Muss unbedingt den zweiten Teil lesen!  5/5
Abgründe war echt gut. Leider hatte ich schon ziemlich schnell raus, wer der Killer ist, was meinem Spaß an dem Thriller aber nicht allzu doll geschadet hat.  4/5



Planung für Buchwoche #44:

Nächste Woche werde ich zum aller ersten Mal an einer Blogtour teilnehmen. Ich bin zugegeben schon ein bisschen aufgeregt. Nicht nur, dass es meine erste Tour ist, nein, ich bin auch noch die erste Station. Ich hoffe, sie wird euch gefallen und wir können euch das tolle Buch "Abgründe" schmackhaft machen. Meine Rezension werde ich übrigens kurz vor der Tour veröffentlichen. Geschrieben ist sie schon.
Gerade findet die Halloween Lesewoche von Carly. Sunny, und Kim statt, an der ich teilnehme. Ein Buch habe ich heute bereits beendet. Jetzt überlege ich mir noch, welches ich als nächstes lesen werde und dann geht es auch schon weiter. Ich hatte eigentlich damit gerechnet überhaupt keine Zeit für die Lesewoche zu haben, glücklicher Weise hat sich dies allerdings (bis jetzt) noch nicht bestätigt.
Nächste Woche muss ich auch unbedingt noch eine Rezension schreiben, die ich schon ewig vor mir herschiebe: "Liebe verletzt" hat mir verdammt gut gefallen, aber mir wollen (mal wieder) nicht die richtigen Worte einfallen, die diesem Buch gerecht werden. Dadurch, dass die Thematik auch eine ziemlich ernste ist, fällt es mir umso schwerer, aber ich denke, das wird schon noch.
Meinen Lesemonat möchte ich auch schon mal ein bisschen vorbereiten, damit ich nur noch ein paar Dinge einfügen muss, die sich in den letzten Tagen ereignen werden.
Und beim TTT habe ich auch vor, wieder dabei zu sein. Ob sich das bewahrheitet, werden ich noch sehen. Ich versuche zumindest mein Möglichstes.


Und bei euch?
Wie waren eure Buchwochen?
Macht ihr auch bei der Halloween Lesewoche mit?




Habt einen wundervollen Abend, ihr Lieben. ♥


Kitty 

Rezension:
Ellen Sussman - Die vergessenen Träume

25 Oktober 2014 | 8 Zitate



Verlag: Limes 
Seiten: 320
Leseprobe: Hier
Autor/in: Website
Preis: 16,99€
Kaufen: Hier







Klappentext:

Wann ist man bereit für eine Liebe, die nicht sein darf?

Als das Flugzeug durch die Wolken bricht und unter ihr der dichte Dschungel, die Reisfelder und die traumhaften Strände Balis sichtbar werden, fühlt Jamie Hyde ihr Herz sinken. Erst ein Jahr ist es her, seit sie die Insel zuletzt besucht hat. Ein Jahr, seit sie ihren Freund beim Terroranschlag auf einen Nachtclub verlor. Ein Jahr, seit der Amerikaner Gabe sie aus der Flammenhölle rettete. Nun kehrt Jamie nach Bali zurück, um mit der schrecklichsten Nacht ihres Lebens Frieden zu schließen. Heimlich hofft sie auch, Gabe wiederzutreffen. Doch was wird sie ihm sagen, wenn sie vor ihm steht? Ist sie bereit, sich selbst zu vergeben – und wird sie lernen, wieder zu träumen?


Der erste Satz:


"Und sie?", fragte der Mann. "Was führt sie nach Bali?"


Meine Meinung:

Inhalt
Jamie besucht die Insel Bali erneut. Es soll eine Gedenkfeier für die Opfer des schrecklichen Terroranschlages geben, welcher vor genau einem Jahr passiert ist. Jamie ist seitdem sie ihren Freund bei dem Anschlag verloren hat, nie wieder auf der Insel gewesen. Es fällt ihr sehr schwer, doch sie gibt nicht auf.
Auf der Insel möchte sie auch gerne Gabe wieder sehen. Dieser stand ihr in der schweren Zeit vor einem Jahr nämlich stets zur Seite...


"Warum? Wie kannst du das sagen? Warum hast du mich gerettet und nicht irgendjemand anderen? Jemand anders ist gestorben, weil du zu meiner Stimme gerannt bist. Wenn du mich nicht dort herausgetragen und weggebracht hättest, hättest du noch zehn Leben retten können. Ich bin am Leben, und sie sind alle tot."
Zitat aus "Die vergessenen Träume"  -Jamie-


Cover
Ich kann nichts anderes dazu sagen, als: Wow!!! Es ist wunderschön, was anderes fällt mir wirklich nicht ein. Es passt bedingt auch ziemlich gut zur Geschichte, denn Jamie wohnt in ihrer Zeit auf Bali in einem absoluten Paradies. Was die Thematik dieses Romans angeht, könnte dieses zum Träumen einladende Cover allerdings ein bisschen in die Irre führen.


"Als meine Frau starb, da habe ich die Orientierung in der Welt verloren. Aber dann habe ich meine Gemeinschaft angesehen und mir gefragt: Wie kann ich verloren sein, wenn alle wissen, wo ich bin? Die Trauer ist etwas sehr Schwieriges. Sie legt sich aufs Herz und macht das Gehen schwer. Jetzt fühle ich mich wieder leicht."
Zitat aus "Die vergessenen Träume" -Nyoman-


Gesamt
Ich wurde magisch von diesem Buch angezogen. Das Cover war wie ein unsichtbares Magnet für mich. Bei einem Blick auf den Klappentext war für mich sofort klar, dass ich diesen Roman unbedingt lesen muss. Doch ich habe nicht damit gerechnet, wie sehr er meine Emotionen zum Leben erwachen würde.
Aber von vorne: Der Einstieg fiel mir leider nicht besonders leicht. Er zog sich für mich ein bisschen zu sehr in die Länge. Ich konnte nicht so guten Bezug zu Jamie aufbauen, weil ich in dem ersten Abschnitt nicht allzu viel von ihr erfahren habe. Die Autorin warf mir zwar immer vereinzelte Brocken aus ihrer Vergangenheit vor die Füße, aber wie es im Inneren der Protagonistin ausschaut, ließ sehr lange auf sich warten.
In diesem ersten Abschnitt geht es ausschließlich um Jamie. Wie sie in Bali ankommt, wie sie einen Straßenjungen kennen lernt, und in was für einem Paradies sie ihre Zeit auf der Insel verbringen wird. Dieses Paradies, welches auf dem Cover schon sehr gut zu sehen ist, wird allerdings von einer dunklen Wolke überschattet, die die Vergangenheit von Jamie darstellt. Sie möchte mit den schrecklichen Ereignissen, die vor einem Jahr über sie eingebrochen sind, endlich abschließen und ist genau aus diesem Grund erneut zu der Insel gereist, die sie eigentlich meiden wollte. Sie möchte allerdings nicht nur mit ihrer Vergangenheit abschließen, sondern auch den Mann wiedertreffen, der sie vor genau einem Jahr gerettet hat: Gabe.
Mit diesem Charakter befasst sich schließlich der zweite Abschnitt und dieser hat es wirklich in sich. Er beschreibt bis ins kleinste Detail, was sich vor einem Jahr zugetragen hat und hat mir so die Tränen in die Augen getrieben. Es ist unfassbar, was Gabe und Jamie haben miterleben müssen. Hier bekam ich die Emotionen, die ich am Anfang vermisst habe, mit voller Wucht ins Gesicht geschmettert. Sie berührten mich zutiefst und machten mich fassungslos. Ich habe mich oft gefragt, wie in einer solchen Idylle so etwas furchtbares passieren konnte.
Mit Gabe wurde ich gleich warm. Er ist einfach toll. Selbstlos, mit Ecken und Kanten und absolut sympathisch. Ich konnte sehr gut verstehen, warum Jamie ihn unbedingt wieder finden wollte.
Egal ob im ersten, oder im dritten und letzten Abschnitt: Der Schreibstil, den Ellen Sussman an den Tag legt, kann sich absolut sehen lassen. Sie beschreibt die Umgebung, in der sich die Protas befinden so bildlich, dass ich während des Lesens absolute Lust darauf bekommen habe, mal nach Bali zu reisen und das, obwohl ich genau weiß, was sich dort vor ein paar Jahren zugetragen hat. Zudem gewährt die Autorin einen so tiefen Einblick in die damaligen Geschehnisse, dass ich mich oft gefragt habe, ob sie selbst, oder jemanden den sie kennt, diese Hölle hat durchmachen müssen.
Wer sich diesen Roman zur Hand nimmt, sollte sich Zeit nehmen und alles auf sich wirken lassen, denn er ist keinesfalls eine seichte Liebesgeschichte, wie sie in vielen Romanen abläuft, oder wie auch das bezaubernde Cover vermuten lässt, sondern geht in die Tiefe und kratzt sogar an der Substanz des Lesers. Er hat mich sehr nachdenklich gestimmt.
Einziges kleines Manko, was ich persönlich empfunden habe ist, dass mir der erste Abschnitt ein bisschen zu langweilig war, was allerdings von den beiden anderen Abschnitten wieder wett gemacht wurde. Auch der Bezug zu Jamie, den ich am Anfang nicht so recht aufbauen konnte, stellte sich aber im Verlauf der Geschichte bei mir ein.
Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen, wenn ich das bei dieser ernsten Thematik überhaupt sagen kann, und das Ende hat mich in Tränen aufgelöst zurück gelassen.


Fazit:

Positiv
Der Schreibstil ist toll. Zwar fand ich den ersten Teil jetzt nicht super spannend, oder emotional, allerdings macht die flüssige Schreibweise der Autorin das wieder wett.
Natürlich muss ich auch unbedingt noch mal das großartige Cover erwähnen: Ich liebe es!
Die Emotionen von Gale haben mich mit all ihrer Macht erwischt. Ihn mochte ich am liebsten und mit ihm habe ich mich auch sehr gut identifizieren können. Ich habe miterlebt, wie er Jamie gerettet hat, und wie es ihm nach ihrer Abreise ergangen sein muss. Am Liebsten hätte ich ihn ganz feste gedrückt und getröstet, denn es ist wirklich absolut erschreckend, was in der Zeit vor einem Jahr alles passiert ist.
Ellen Sussman gewährt dem Leser einen sehr tiefen Einblick in die Thematik der Terroranschläge. Ich frage mich auch heute noch, ob sie selbst dabei war, oder jemanden kennt, der diese schreckliche Sache miterleben musste.
Die wechselnden Perspektiven haben mir sehr gut gefallen. Der erste Teil gehört Jamie, der zweite Teil Gabe und im Dritten, nun, lasst euch überraschen. :)
Absoluter Pluspunkt: Das Ende hat mich sehr berührt und mich auch ein bisschen weinen lassen.

Negativ 
Leider gibt es keine "richtigen Kapitel": Das Buch ist lediglich in drei Teile aufgeteilt, die in Etwa alle gleich lang sind. Mir persönlich gefallen kürzere Kapitel besser.
Der erste Teil, in dem es um Jamie und ihren Aufenthalt auf Bali geht, hat mich etwas gelangweilt. Es war für mich ein bisschen zu emotionslos. Außerdem konnte ich bei diesem Teil auch noch keinen Bezug zur Prota aufbauen.



Kitty 

Top Ten Thursday #8
10 Bücher, deren Ende du gerne umschreiben würdest

23 Oktober 2014 | 14 Zitate

Nachdem ich die letzten beiden Male aus Zeitgründen ausgesetzt habe, bin ich diesmal wieder bei der Aktion von Steffi dabei.  Meine Auswahl fiel mir am Anfang noch sehr leicht, aber die letzten zwei Bücher, nun, da habe ich lange drüber nachgedacht. Aber schaut selbst:


Meine zehn Bücher:

Das sind sie also. "Bittere Lügen" musste ich sofort auf die Liste setzen. Ich habe es erst kürzlich gelesen und war wirklich alles andere als begeistert von dem Buch. Mehr dazu folgt in der Kurzrezi, die auch schon geschrieben ist.
Ich habe alle Bücher zu meiner Rezension verlinkt und möchte drauf hinweisen, dass ich manche von meinen "Auserwählten" keinesfalls schlecht fand. Nur das Ende hätte ich mir eben ein bisschen anders gewünscht.



Sarah Lotz - Die Drei
Das Buch ist eigentlich ziemlich gut geschrieben und auch sehr gut aufgebaut. Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, ist zweifellos das Ende. Da ist der Aufbau, der sonst das Buch zu was Besonderem gemacht hat, nämlich plötzlich ein anderer. Nichts desto Trotz bin ich auf den zweiten Teil sehr gespannt.




Caragh O´Brien - Der Weg der gefallenen Sterne, Birthmarked #3
Gott, was habe ich den ersten Teil abgefeiert. Er war so anders, so toll und das Thema ist ein völlig neues für mich gewesen. Schon der zweite Teil ließ ziemlich nach und über den dritten möchte ich eigentlich gar nicht sprechen... Hier würde ich nicht nur das Ende, sondern den gesamten dritten Teil umschreiben, wenn ich könnte.




Ilsa J. Bick - Atemnot
Ein wirklich grandioses Buch! Also nicht, das ihr mich falsch versteht: Das Buch ist eindeutig eins meiner Highlights dieses Jahr. Ich persönlich hätte es mir allerdings gewünscht, dass das Ende nicht so grausam ist, wie die Autorin es geschrieben hat. Ja, es passt, ich geb´s zu, aber anders wäre es noch schöner gewesen.




Alison Walsh - Sterne über Paris
Das ist erneut ein Kandidat für "Das ganze Buch umschreiben". Ich würde (versuchen) mehr Emotionen rein zu bringen. Solche, die beim Leser auch ankommen und das Buch zu was Besonderem machen. Leider ist dies der Autorin bei mir nicht gelungen, weswegen ich es auch nicht gut bewerten konnte.




Robinson Wells - Ihr seid nicht allein, Variant #2
Fing gut an. Das Ende kam mir allerdings ein bisschen lieblos vor. Es ging mir am Ende alles viel zu schnell, als wenn der Autor schnell fertig werden wollte.






Veronica Roth - Letzte Entscheidung, Die Bestimmung #3
Nein, ich gehöre nicht zu denen, die das Ende an sich nicht gut fanden und rumgezetert haben. Mir geht es hier einzig und allein um den Epilog, der mich emotional absolut geschafft hat...





Lauren Oliver - Requiem, Amor #3
Als ich das Buch zu gemacht habe, dachte ich Was? Das war es jetzt? Wo sind die Antworten auf all meine Fragen?! Es wurde so gut wie nichts aufgeklärt, was mich etwas sauer gemacht hat. Im Grunde genommen müsste es einen vierten Teil geben, in dem alles aufgelöst wird, was meiner Meinung nach unbeantwortet blieb.




Courtney Cole - If you leave, Beautifully Broken #2
Bis zur Mitte fand ich das Buch noch toll, doch dann driftete es ins Klischeehafte ab. Ich hatte auf das Ende gehofft, welches ich mir überraschend und Herz zerreißend vorgestellt habe, allerdings war es so vorhersehbar, das ich sehr, sehr enttäuscht war. Wenn ich könnte, würde ich selbst das Buch mit einem Paukenschlag enden lassen. Eine Überraschung einbauen, mit der niemand gerechnet hat.



Karen Perry - Bittere Lügen
Hier ist erneut ein Beispiel für ein Buch, welches ich wohl komplett anders schreiben würde. Aber hier war es das Ende, was mich schließlich richtig aufgeregt hat. Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem der Schluss so an den Haaren herbeigezogen ist, wie bei diesem. Leider muss ich sagen, dass die Autoren hier viel gewollt haben, es aber nicht funktioniert hat.



Jessica Redmerski - Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer
Ich mag das Buch wirklich sehr. Allerdings wurden mir am Ende einfach noch viel zu viele Schicksalsschläge mit eingebaut, die sich angefühlt haben, wie ein Fremdkörper. Sie passten meiner Meinung nach überhaupt nicht rein. Wenn ich könnte, würde ich diese einfach weglassen und das Buch somit stimmiger machen.







Bei welchen Büchern würdet ihr gerne das Ende umschreiben?


Kitty