Rezension:
Carmen Rodrigues - Du bist das Gegenteil von allem

31 März 2015 | 4 Zitate



Die 16-jährige Ellie hatte etwas Besonderes an sich. Etwas Dunkles, Charismatisches, Gebrochenes … Jetzt ist sie tot. Gestorben an einer Überdosis Tabletten. Zurück bleiben ihr Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und deren jüngere Schwester Jess – und vierunddreißig Zettel von Ellie in einem Schuhkarton. Vierunddreißig Hinweise, die Ellie hinterlassen hat. Vierunddreißig Geheimnisse eines viel zu kurzen Lebens voller Schmerz. Auf der Suche nach dem Warum müssen sich Jake, Sarah und Jess nicht nur ihren eigenen Abgründen stellen, sondern auch dem, was Ellie so lange vor ihnen verborgen hat …






Meine Meinung:

Inhalt
Sarah kann es nicht fassen, dass ihre beste Freundin an einer Überdosis sterben musste. Sie zieht sich zurück und lässt außer Tommy, ihren Freund, niemanden an sich heran. Auch Jess leidet sehr unter dem Verlust und fühlt mit ihrer Schwester mit. Nur warum wird sie immer weniger?
Jake macht sich arge Vorwürfe, weil er sich selbst den Schuld an dem Tod seiner Schwester gibt.
All diese Personen sind miteinander und mit Ellie verbunden. Wie, das erfährt man Stück für Stück in diesem wundervollen Roman.

»Wir schweigen lange. So lange, bis wir eine ruhige und gefasste Bilderbuchfamilie sind: eine gute Mommy, ein guter Daddy, eine gute Tochter. Während dieses langen Schweigens wird mir plötzlich bewusst, dass ein Mensch sterben und gleichzeitig lebendig bleiben kann.«
Zitat aus: "Du bist das Gegenteil von allem"

Cover
Das Cover ist wahnsinnig passend zum Inhalt, allerdings erscheint es einem auf den ersten Blick eher langweilig. Ich interpretiere darin einen zusammengefalteten Zettel, der wieder aufgemacht wurde und dort stehen schließlich Autorin und Titel. Da es sich bei diesem Buch auch um selbst geschriebene Zettel von Ellie handelt, ist die Auswahl des Covers für mich außerordentlich gut gelungen.

»"Ja das Leben ist  schwer. Aber wir überleben. Wir kommen über die Dinge hinweg, die passieren. Ich bin mir sicher, dass es Ihnen Ende des Jahres schon viel besser gehen wird. Es gibt nichts Heilsameres als ein bisschen Sonne und Ruhe, um wieder auf die Beine zu kommen. Sie werden überrascht sein, dass die Zeit tatsächlich die meisten Wunden heilen kann."«
Zitat aus: "Du bist das Gegenteil von allem"

Gesamt
Gleich auf der ersten Seite passiert schon das traurige Schicksal von Ellie und somit wird man gleich mit voller Absicht mitten ins Geschehen geworfen. Die Autorin hält sich nicht lange damit auf, erst Seitenweise ihre Charaktere vorzustellen, sondern kommt gleich auf den Punkt, was mir natürlich immer sehr gut gefällt. Ich war gleich neugierig auf die Dinge, die sich zugetragen haben mögen. War es wirklich eine aus Versehen eingenommene Überdosis, oder wollte Ellie gar nicht mehr leben? Diese Frage hat mich das gesamte Buch über wie eine schwarze Wolke über meinem Kopf begleitet. Bis ich Antworten erhalten hatte, dauerte es jedoch eine Weile, denn gleich nach diesem fürchterlichen Ereignis lernen wir die anderen Personen kennen, die in irgendeiner Weise mit Ellie in Verbindung standen.

»"Manchmal will man jemanden retten, merkt aber, dass es nicht geht", sagte Mom. "Es gibt Menschen [...], die wollen sich nicht retten lassen, und wenn das so ist, dann kann man ihnen nicht helfen. Man kann nur beten und hoffen, dass sie eines Tages ihren Weg finden."«
Zitat aus: "Du bist das Gegenteil von allem"

Zum Einen wäre da ihr Bruder Jake. Er ist zum Studieren in eine andere Stadt gezogen und Ellie vermisst ihn sehr. Jake weiß, was in seiner Schwester vorgeht und ist immer für sie da, umso schrecklicher war es für mich zu lesen, wie er mit dem Verlust klar zu kommen versucht. Ich habe sehr mit ihm, aber auch mit den anderen Protagonisten mit gelitten. Jake hat, wie auch Sarah, oder Jess ein Geheimnis, welches er mit sich herum trägt. Bevor man diese erfährt, muss man sich durch die spannende Geschichte kämpfen, die es wirklich in sich hat.
Ich mag es sehr, wie sensibel Carmen Rodrigues mit diesen ganzen weiß Gott nicht lapidaren Themen umgegangen ist. Wie behutsam sie den Leser darauf vorbereitet, was sich ereignet hat und in welchen Verbindungen die handelnden Personen zueinander stehen. Tabuthemen werden hier aufgegriffen, doch das absolut nicht plump, sondern sehr sensibel und absolut gerecht für Jugendliche umgesetzt.
Das gesamte Buch wird abwechselnd aus einer anderen Sicht in der Ich-Form erzählt. So lernt man jede einzelne Person sehr gut kennen, ohne das vorher lange auf sie eingegangen werden musste. Außerdem wurden mir so die Gedanken und Gefühle sehr gut übermittelt. Ebenfalls finden verschiedene Zeitsprünge statt, was mir ebenfalls gut gefallen hat, denn nicht nur, dass diese Sprünge fließend vonstatten gehen und somit den Lesefluss nicht stören, man lernt so auch noch die verstorbene Protagonistin zu Lebzeiten kennen. Kann hinter ihre Fassade blicken und versteht schließlich, wie sehr die anderen um sie trauern. Es war für mich teilweise so, als hätte ich selbst eine Freundin verloren.
Das Einzige, was ich ein bisschen schade finde ist, dass die Zettel, die Ellie geschrieben hat, leider etwas in den Hintergrund geraten. Zwar steht zu Beginn eines jeden Kapitels immer eine der 34 Botschaften, aber das war es, bis auf einen kleinen Hinweis im Buch, auch schon.
Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch wärmsten empfehlen, denn im Grunde genommen geht es hierbei um weit mehr, als "nur" Zettel.


In Kürze:

Positiv
Verschiedene Blickwinkel/Erzähler
Jeder erzählt in der Ich-Form.
Zeitsprünge.
Gut Lesbar, 
leicht verständlicher und auch temporeicher Schreibstil.
Gleichmäßige Spannung.
Rundes Ende.

Negativ 
Mir wurde zu wenig auf die Zettel eingegangen, was allerdings nicht weiter schlimm ist.


Fazit:

"Du bist das Gegenteil von allem" ist ein sehr gut gelungener Roman, der ein wahrlich wichtiges Thema beinhaltet. Das Buch hat mich gepackt und mich sehr gut unterhalten. Ich finde, dass sich dieser Roman gut als Schullektüre eignen würde.





                                                                                   Kitty 

Rezension:
Antonia Michaelis - Das Institut der letzten Wünsche

30 März 2015 | 8 Zitate

496 Seiten Knaur. Autorin


Die verträumte Mathilda arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Denn er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine große Liebe Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt. 





Meine Meinung:

Inhalt
Mit ihrem Job ist Mathilda äußerst zufrieden, denn sie erfüllt im Institut der letzten Wünsche die Träume derer, die bald ihre Reise gen Himmel in Angriff nehmen müssen.
Eines Tages trifft sie auf Birger, der sie darum bittet seine verlorene Liebe wiederzufinden. Mathilda setzt alles daran, um auch ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Die Gefühle, die in ihr aufkeimen, möchte sie zunächst unterdrücken, doch schon sehr bald ist sie total verliebt in ihrem Klienten. Wird sie ihm trotzdem weiter helfen?

»"Viele Zuhörer fragen sich sicher, was dieser alte Mann in der Sendung tut", begann er, "der zwischendurch komische Anekdoten davon erzählt, wie es früher beim Radio war. Und Gert hat Ihnen erklärt, dass ich krank bin. Aber das ist es nicht. jeder ist mal krank. Ich, ich sterbe. Nicht heute, nicht morgen. Vielleicht nächste Woche."«
Zitat aus: "Das Institut der letzten Wünsche"

Charaktere
Mathilda ist sehr emotional, aber ihre Probleme und Sorgen lacht sie einfach weg. Sie hat eine Vorliebe sich alte Kinderstoffe auf ihre Kleidung zu nähen, was andere als äußerst merkwürdig empfinden, doch das stört sie nicht. Es ist eben ihr Stil.
Birger ist untröstlich darüber, dass er sterben wird und seine verschollene Liebe noch nicht wieder gefunden hat. Er ist ziemlich humorvoll und äußerst sympathisch bei fast allem, was er macht.
Ingeborg, die Chefin von Mathilda, war früher eine sehr geschätzte Ärztin, bis sie ihren Job gekündigt und das Institut geöffnet hat. Sie ist sehr sarkastisch und hat mich mit ihrer lustigen Art sehr oft zum Lachen gebracht.
Eddie liebt es auf dem Sofa zu liegen und Futter in sich hineinzustopfen. Er ist die treueste Seele, die man sich überhaupt vorstellen kann - Der Hund von Mathilda.

»"Denk an die Sache mit der Seifenblasenwelt", flüsterte er neben ihrem Ohr. "Denk daran aufzupassen, dass sie nicht zu weit oben fliegt, wenn sie zerplatzt. Sonst fällst du zu tief."«
Zitat aus: "Das Institut der letzten Wünsche"

Gesamt
Ich wusste genau, was mich bei diesem Titel erwarten würde und doch wusste ich gar nichts. Dieses Buch ist so viel mehr, als nur ein neuer Roman von Antonia Michaelis, aber mal von vorne:
Schon die Einleitung hat mir sehr gut gefallen. Ich erfuhr ein bisschen mehr über die Protagonistin Mathilda, die mir auch noch ihren Job erklärte. Gleich am Anfang erfüllt sie auch schon den ersten Wunsch und ich hatte das Gefühl, als wäre ich live dabei, denn die Autorin legt nicht nur wert auf unglaublich gut gezeichnete Charaktere, sondern ebenfalls auf ein sehr bildliches Setting. Ich habe den Park vor Augen gehabt, wo die erste Klientin des Buches auf einem Pferd geritten ist. In meiner Fantasie meinte ich sogar den Duft der Blumen wahrnehmen zu können. Es hat mich zutiefst beeindruckt, wie die Autorin nicht nur die Protagonisten zu einem Teil von mir werden ließ, sondern mit ebenfalls das Gefühl gab, an jedem einzelnen Ort dabei zu sein und ihn mir richtig gut vor Augen führen zu können.
Von diesen Settings gibt es so einige, die ich regelrecht lieb gewonnen habe. Da wäre das Institut selbst, aber auch das nette Café von nebenan, in dem es Bücher zuhauf gibt, die sich die Kunden alle ausleihen und lesen können, während sie ihren Kaffee schlürfen. Ich habe mich, wenn mich die Geschichte in dieses Café gelenkt hat, grundsätzlich wohl und wie zu Hause gefühlt.
Der Plot ist gut, sogar mehr als das. Ich bin sehr begeistert über die Idee, ein Institut der letzten Wünsche zu eröffnen und zu betreiben, in dem die innigsten Wünsche derer erfüllt werden, die leider nicht mehr lange auf der Erde verweilen werden. Denn mal ehrlich: Wer möchte nicht glücklich sterben?!

»Wer man ist, weiß die Welt erst, wenn man damit fertig ist, zu sein.«
Zitat aus: "Das Institut der letzten Wünsche"

Die Umsetzung ist der Autorin sehr gut gelungen. Das Buch hat die gesamte Zeit über einen sehr melancholischen Touch. Aber diese dunklen Wolken werden ziemlich oft von lustigen Szenen vertrieben. Ich konnte mich an einigen Stellen nicht entscheiden, ob ich nun doch lieber Lachen, oder Weinen sollte. Entschied mich allerdings immer für Ersteres.
Wie Mathilda und Ingeborg mit den Klienten umgehen ist furchtbar herzerwärmend und hat mich sehr gerührt. Sie versuchen alles in ihrer Macht stehende, um auch wirklich jeden einzelnen Wunsch zu erfüllen. Dabei ist es ihnen völlig egal, ob daraus irgendwelche Konsequenzen entstehen könnten. Ich musste lächeln bei dem, was sie taten, denn sie machen die Menschen in ihren letzten Stunden glücklich und bringen ihnen das Leuchten in den Augen zurück.

»"Morituri, vos saluto.  Ihr Todgeweihten, ich grüße euch."«
Zitat aus: "Das Institut der letzten Wünsche"

"Das Institut der letzten Wünsche" ist ein sehr leicht zu lesender Roman, der das Herz berührt. Ich habe mich sehr gut mit den Protagonisten identifizieren können und dies, obwohl die gesamte Geschichte auktorial aus der Sicht von Mathilda erzählt wird. Die Autorin hat es dennoch geschafft, mir ihre Gefühle, sowie mir ihre gesamte Person sehr nahe zu bringen. Wie Mathilda mit ihren Gefühlen Birger betreffend umgeht, konnte ich nachvollziehen. Wie sie still vor sich hin leidet, weil eben auch nicht immer alles klappen kann, habe ich verstanden. Ich konnte hinter ihre starke Fassade sehen und hätte ihr so gerne mal gesagt, dass sie ruhig auch mal weinen kann. Aber das tat sie nicht, denn sie ist zeigt keine Schwäche.
Was mir ebenfalls noch sehr gut gefallen hat, sind die vielen kleinen Lacher, die Situationen mit Eddie hinaufbeschworen haben. Der Hund war für mich im Grunde genommen gar kein Hund, sondern eine eigenständig denkende Person, die nur das Beste für Mathilda und die anderen Charaktere möchte. Ich fand es äußerst harmonisch und passend, zwischen diesen ganzen trüben Seiten so auch ein bisschen Helligkeit hineinzubringen. Es hat gepasst. Alles.
Mit verschiedenen Wendungen hätte ich so nicht gerechnet. Ich war erstaunt über das ein oder andere, was geschehen ist und konnte es kaum abwarten zu erfahren, wie es weiter ging. Das Buch gewinnt so eine gewisse Spannung und besitzt auch ein ziemlich hohes Tempo.
War ich ganze 490 Seiten stark und habe meine Tränen zurückgehalten, wollte mir dies allerdings am Ende nicht mehr gelingen...


In Kürze:

Positiv
Protagonisten sind toll gezeichnet.
Emotional.
Magisch.
Spannend.
Witzige Stellen durchbrechen manchmal die melancholische Stimmung.
Unfassbar tolles Setting.
Geht zu Herzen.

Negativ 
Nichts

Fazit:

Ich bin begeistert von so viel Liebe, Melancholie und Witz, welches die Autorin alles zusammen in ihr neues Werk gepackt hat. Mir hat die Geschichte wahnsinnig gut gefallen, sie berührt, geht sehr zu Herzen, ist tiefsinniges, stimmt nachdenklich und die Schreibweise war für mich sogar schon ein bisschen poetisch.





                                                                                   Kitty 

Meine Buchwoche #13
Es wird besser ☺

29 März 2015 | 8 Zitate
Bevor ich zu meiner doch sehr erfolgreichen Buchwoche komme, muss ich einfach mal eben etwas über ein sehr aktuelles Thema loswerden. Es handelt sich um den Flugzeugabsturz, der mich, obwohl ich nicht selbst betroffen bin, doch sehr mitgenommen hat.
Ich erfuhr davon nach der Arbeit im Internet und war sogleich bestürzt. Viele Fragen kreisten in meinem Kopf. Die lauteste von ihnen war natürlich die nach dem Warum. Ich habe mir an dem Abend sehr viel Informationen, ob richtig, oder falsch sei mal dahingestellt, geholt und war immer mehr am Zweifeln, ob da wirklich ein technischer Defekt vorgelegen hat. Versteht mich nicht falsch, ich bin weder ein Flugexperte, noch habe ich jemals eine solche Reisemöglichkeit in Anspruch genommen (Werde ich auch nicht), aber in meinem Kopf hat sich ein Szenario abgespielt: Wenn ein Flugzeug abstürzt, dann geht es doch nicht in den Sinkflug, oder? Das habe ich mich die ganze Zeit gefragt. Selbst mit einer Arbeitskollegin habe ich noch darüber gesprochen, wie furchtbar das alles ist und was ich mir eben für Fragen stelle.

Leute, ich muss sagen, dass ich erschüttert war, als ich hörte, dass der Copilot wohl absichtlich das Flugzeug in die Berge gesteuert hat. Ich war sprachlos und zutiefst bewegt. Vielleicht habe ich sogar ein bisschen getrauert. Es ist einfach etwas völlig anderes, wenn man von einem solchen Szenario liest und weiß, es ist rein fiktiv, als so was zu sehen und zu wissen, dass es wirklich  passiert ist.
Ich bezeichne mich, zurecht, als einen sehr sensiblen und emotionalen Menschen, der vieles viel zu nah an sich ran lässt. Geschehen auch hier.
Es ist schrecklich und absolut unverständlich, doch ich muss ehrlich sagen, dass das, was mittlerweile abgeht für mich nicht mehr nachvollziehbar ist. Da sind Reporter, die Kindern Geld bieten, damit sie mit ihnen sprechen und sogar irgendwelche Sachen sagen, die ihnen vorgegeben werden sollen. Dann die Hetzjagd, die auf die Eltern des Copiloten ausgeführt wird. Meiner Meinung nach sind diese genau so schockiert über die Tat ihres Sohns, wie alle anderen auch. Sie haben ihn bestimmt nicht zu dieser Tat gebracht, oder wie seht ihr das? Alle Angehörigen trauern und ich finde, man sollte ihnen auch die Zeit geben, die dafür unbedingt notwendig ist. Ohne, dass sie ständig eine Kamera vor Augen, oder ein Mikro vor der Nase haben. Wie würden sich wohl die Reporter fühlen, wenn ihnen so etwas zustoßen würde?! Klar, wir alle wollen Informationen, aber diese doch bitte auf einem sensiblen Niveau und nicht mit der Brechstange eingeholt.
Was ich, Entschuldigung, wirklich geschmacklos finde ist, wie jetzt auf einmal "Fanseiten" aus dem Boden schießen. Ich habe tatsächlich bei Facebook eine für den Copiloten entdeckt. Da fehlen mir echt die Worte...

Ich finde, wir sollten alle erstmal die Bälle flach halten und abwarten, wie sich das alles zugetragen hat. Diese ganzen Spekulationen gehen mir mittlerweile gehörig auf die Nerven und sind alles andere als gut für die trauernden Angehörigen.
In dem Sinne möchte ich mein tiefstes Mitgefühl für die Hinterbliebenden ausdrücken. Ich wünsche ihnen alle Kraft der Welt, die sie leider zweifellos nötig haben.






Von einem erschreckenden Thema jetzt zu etwas Erfreulichem: Ich habe diese Woche fünf Bücher gelesen!  Ich freue mich riesig, dass ich die Zeit aufbringen konnte und vor allem darüber, dass diese fünf fast alle außerordentlich gut waren. Absolutes Highlight war für mich diese Woche "Liebeskinder". Wie man unten erkennen kann, habe ich es bereits rezensiert um meine Begeisterung mit euch zu teilen. Bis auf eines habe ich sogar schon alle rezensiert und sogar veröffentlicht. Wie ihr seht, geht es also endlich aufwärts und ich bin enorm fleißig, was die danach resultierenden Rezensionen angeht. 
Diese Woche habe ich die Leserunde bei Lovelybooks erfolgreich beendet. "Der Mann im Heuhaufen" stand auf meinem Zettel und ich muss leider sagen, dass es mir nicht so gut gefallen hat. Mehr dazu in meiner Rezension, oder auch bei "Meine kurze Meinung".
Die positiven Stimmen zu "Die Falle" konnte ich leider nur bedingt verstehen. Auch hier gibt es mehr dazu in meiner Rezi oder weiter unten.
Desweiteren sind diese Woche wieder ein paar neue Bücher bei mir eingetrudelt, über die ich mich sehr gefreut habe. Darunter befindet sich auch mein aktueller Lesestoff "Das Institut der letzten Wünsche", welches mir bis jetzt sehr zusagt. Sobald ich meine Blogarbeit erledigt habe, geht es mit der Geschichte weiter. Ich würde es gerne heute noch beenden.


Diese Woche gelesen:


                   Rezensiert         Rezensiert         Rezensiert       Rezensiert                                   


Meine kurze Meinung:

Der Mann im Heuhaufen ist mir viel zu vorhersehbar und Stellenweise auch zu verwirrend und unlogisch gewesen. Es blieb leider unter meinen Erwartungen. 2/5
Ich und mein anderes Leben fand ich außerordentlich gelungen. Es ist ein sehr kurzweiliges Buch, dem meiner Meinung nach, ein paar Seiten mehr nicht geschadet hätten. 4/5
Liebeskinder mein Wochenhighlight. Einmal damit angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Totaler Pageturner und absolut empfehlenswert. 6/5
Die Falle fand ich nicht so gut, wie viele Stimmen vorher haben vermuten lassen. Es war mir Stellenweise einfach viel zu langatmig und mit der Protagonistin konnte ich irgendwann einfach nicht mehr sympathisieren. 3/5
Du bist das Gegenteil von allem absolut gelungenes Buch, welches sich sehr gut als Schullektüre eignen würde. Rezension ist geschrieben, folgt in den nächsten Tagen. 5/5


Diese Woche neu im Regal:




Planung für Buchwoche 14:

Ich möchte vor Ostern unbedingt noch meine RezEx abarbeiten. Das schaut bislang auch ziemlich gut aus. Außerdem muss ich auch noch meinen Challenge Rückblick abtippen und den TTT fertig stellen, der gerade schon in der Mache ist. Ansonsten habe ich mir nichts vorgenommen. Ihr?



Und bei euch?
Wie war eure Buchwoche?





Habt einen wundervollen Sonntag, ihr Lieben. ♥

Kitty 

Rezension:
Melanie Raabe - Die Falle

28 März 2015 | 9 Zitate

Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?




Trailer:



Meine Meinung:

Inhalt
Linda ist eine erfolgreiche Autorin, die nie über den Tod ihrer Schwester hinweggekommen ist. Lange lebt sie sehr zurück gezogen und verlässt noch nicht mal mehr ihr Haus. Doch dann meint sie den Mörder ihrer Schwester in einer Nachrichtensendung gesehen zu haben und legt sich einen Plan zurecht, wie sie ihn fassen kann. Ihre Falle soll schon bald zuschnappen, doch ist dieser überhaupt der Täter, oder steckt vielleicht noch etwas anderes hinter dem Mord an ihrer Schwester?

»In meiner Welt gibt es keine Erde, keine Bäume und keine Wiesen, keine Kaninchen und keinen Sonnenschein. Das Vogelgezwitscher kommt vom Band die Sonne aus dem Solarium in meinem Keller. Meine Welt ist nicht weit, aber meine Welt ist sicher. Zumindest dachte ich das.«
Zitat aus: "Die Falle"

Cover
Ich mag das Cover sehr gerne. Es zeigt die düstere Stimmung, die während des Lesens herrscht und ist meiner Meinung nach echt gut gemacht.

»Jonas tat es ihr nach, griff nach ihrer Ledertasche, die auf den Stufen lag, und reichte sie ihr.
"Mein Gott, ist die schwer. Was haben Sie denn da drin? Gewichte?"
"Nur ein paar Bücher", antwortete Sophie und schwang sich die Tasche über die Schulter. "Irgendwie finde ich es tröstlich, immer etwas zum Lesen dabeizuhaben."«
Zitat aus: "Die Falle"

Gesamt
Die ganzen begeisterten Rezensionen und Stimmen zu "Die Falle" haben mich äußerst neugierig gemacht. Besonders die Aussagen, dass der Roman äußerst spannend sein soll, hat mein Bücherwurm-Herz schneller schlagen lassen. Gleich am Anfang sprang mir sogleich die herausragende Schreibweise der Autorin ins Auge. Was sie mit ihren Worten erschafft, vor meinen Augen bildlich aufleben lässt, hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Zusätzlich zu dieser sehr bildlichen Sprache hat es Melanie Raabe auch geschafft, mich zunächst an ihren Roman zu fesseln.
Der Plot faszinierte mich. Eine Schriftstellerin, die sich zu Hause einschließt, weil sie mit dem Tod ihrer Schwester auch Jahre danach nicht zurecht kommen kann. Was eigentlich auch nicht verwunderlich erscheint, kennt man den Hintergrund, dass die Protagonistin den Mörder ihrer Schwester kurz nach der Tat sogar noch gesehen hat. Auf den ersten Seiten konnte ich mich noch sehr gut mit Linda identifizieren. Ich habe verstanden, wie weh es ihr immer noch tut und auch warum sie sich einschließt und im Grunde genommen mit niemandem so richtig Kontakt haben möchte.
Doch dann wurden mir die Gedanken der Protagonistin irgendwann zu viel. Ich konnte es nicht mehr ertragen, wie sie sich Tag für Tag dieselben Fragen gestellt und dieselben Handlungen vollzogen hat. Dies ging sogar so weit, dass ich mich schlicht gelangweilt habe. Die Geschichte nahm immer mehr an Fahrt ab, weil einfach nichts anderes geschah, als dass Linda zu ihren Orchideen geht, oder sich Gedanken darüber macht, wie sie den Täter am Besten fassen könnte.
Bis zu dem entschiedenen Tag war mir da einfach viel zu wenig, was den Plot vorangebracht und die Geschichte spannend gemacht hätte. Mir wurde zu der Zeit schlicht zu viel um den heißen Brei herumgeredet.
Bis der Roman wieder an Fahrt aufgenommen hatte, dauerte es zwar eine Weile, doch dann überschlugen sich die Ereignisse und konnten mich auch in gewisser Weise überzeugen. Es hat mir sehr gefallen, wie Melanie Raabe versucht den Leser in die Irre zu führen. Ich muss allerdings zugeben, dass ihr dies bei mir nicht gelungen ist, denn ich bin ziemlich schnell darauf gekommen, was Sache ist. Trotz der vielen Abzweigungen, die die Autorin in ihren Roman gepackt hat, befand ich mich sehr schnell auf dem richtigen Weg und habe mich somit nicht in die Irre führen lassen.
Besonders gelungen finde ich den Roman in dem Roman. Wie Linda ihren Thriller geschrieben hat, hat mir sehr gut gefallen. Es kam mir wirklich so vor, als hätten zwei verschiedene Personen an diesem Roman geschrieben. Einmal Melanie Raabe, wenn es um Linda ging und einmal Linda selbst, wenn sie sich an den PC setzte und einfach drauflos schrieb. Der Thriller in Raabes Werk passt wie die Faust aufs Auge zu "Die Falle". In diesem Thriller erfährt man als Leser nämlich noch viel mehr von Linda, als das, was sie selbst von sich preisgeben möchte.
Alles in allem empfand ich "Die Falle" als einen gelungen Roman für Zwischendurch, bei dem ich mir das Ende allerdings ein bisschen anders gewünscht hätte.


In Kürze:

Positiv
Ich finde den Plot unfassbar gut.
Zwei Geschichten in einem Buch.
Ich-Erzähler und auktorialer Erzähler wechseln sich ab.
Fesselnder und sehr bildlicher Schreibstil der Autorin.

Negativ 
Die Protagonistin war mich nicht sehr sympathisch.
Leider habe ich mich ab und zu gelangweilt.
Wiederholungen und
es wird viel Nebensächliches erzählt.
Das Ende empfand ich als "unrund".


Fazit:

Die außergewöhnlich gute Art und Weise, wie Melanie Raabe es schafft ihre Wörter aneinander zu reihen und somit die Umgebungen und Protagonisten lebendig werden zu lassen, hat mich darüber hinweggetröstet, dass mich der Plot in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte.





                                                                                   Kitty 

Rezension:
Jana Frey - Liebeskinder

28 März 2015 | 8 Zitate

384 Seiten Arena Autorin



Zadoc liebt alles an Ivory. Ihr Haar, das sämtliche Farben des Herbstes hat. Der ständig wechselnde Ausdruck aus ihren winterhimmelblauen Augen. Und vor allem ihren Geruch nach Wind und Widerstand.  Kenzie liebt alles an Amos. Seine hellgrün schimmernden Augen, sein Lachen und Lächeln, seine Musik, seine Art, sich zu bewegen, seinen Gang. Und sie liebt es, dass er zu ihr gehört. Zu ihr ganz allein.  Zwei Liebende. Zwei Schicksale. Und eine Geschichte, in der alles, aber auch alles miteinander verbunden ist.






Meine Meinung:

Inhalt
Zadoc ist total in Ivory verliebt, doch er traut sich nicht, es ihr zu sagen. Ist er doch "anders" als die "normalen" Kinder, denkt er sich, er hätte eh keine Chance bei seinem Traummädchen zu landen. Doch er gibt sich auch schon mit der tiefen Freundschaft zufrieden, die ihn und seine Angebetet miteinander verbindet.
Kenzie steht im Schatten ihrer Schwester. Jedenfalls denkt sie das. Sie ist sehr zurückhaltend und schüchtern, was sich ändert, als Amos in ihr Leben tritt. Kenzie blüht auf und kommt aus sich heraus. Sie ist bis über beide Ohren in ihren Freund verliebt und legt ihre Unsicherheit schon bald ab. Nichts kann sie mehr trennen. Sie ist glücklich.
Alle Charaktere sind in irgendeiner Form miteinander verbunden - nur wie?

»"Hab ich es nicht gesagt, heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens?", flüsterte Amos ihr ins Ohr, als sie endlich einschliefen. Draußen war der Himmel schon silbrig. 
Oder hatte sie das nur geträumt?«
Zitat aus: "Liebeskinder"

Charaktere
Zadoc hat es absolut nicht leicht. Er lebt alleine mit seiner Mom und das Schicksal hat es nicht gut mit ihm gemeint. Da er "anders" ist, wird er von den anderen Kindern sehr oft aufs Übelste geärgert.
Ivory ist ein unglaublich süßes Mädchen und die Einzige, die Zadoc nicht ärgert, sondern gerne ihre Zeit mit ihm verbringt. Sie verstehen sich super, ganz egal, was die anderen dazu sagen.
Kenzie denkt von selbst nichts Gutes. Sie fühlt sich hässlich und meint im Schatten ihrer jüngeren Schwester zu stehen.
Amos holt Kenzie aus ihrem Mauseloch. Er liebt sie sehr und hilft ihr, sich so zu mögen, wie sie ist. Amos gibt ihr das Gefühl mehr wert zu sein, als sie selbst über sich denkt.

»"[...] Er ist wie ein Labyrinth, in das ich mich verirrt habe, verstehst du? Ich liebe ihn! Ich liebe ihn schon so schrecklich lange."«
Zitat aus: "Liebeskinder"

Gesamt
Wer glaubt mit "Liebeskinder" einen gewöhnlichen Liebesroman in den Händen zu halten, ist völlig schief gewickelt. Schon nach den ersten Seiten bemerkt man nämlich, dass man es mit einem außergewöhnlichen Roman zu tun hat.
Die Autorin nimmt sich Zeit, die einzelnen Charaktere vorzustellen, bevor so viele Dinge fast gleichzeitig geschehen, dass ich persönlich überhaupt nicht mehr mitgekommen bin und mir vor Erstaunen der Mund offen stand. Besonders in mein Herz geschlossen habe ich Zadoc. Der Ärmste wird ständig von seinen Mitschülern terrorisiert, weil er nicht der Norm entspricht, denn Zadoc ist krank und auf Medikamente angewiesen. Dieses Thema hat mich sehr berührt und mich fassungslos über die Reaktionen ihm gegenüber gemacht. Im Grunde genommen ist diese Geschichte ja rein fiktiv, dennoch gibt es leider immer noch Menschen, auch in der realen Welt, die Menschen, die "anders" sind behandeln, als wären sie nichts wert. Allein dieser realistische Hintergrund hat mich traurig und zugleich wütend gemacht.

»Zadoc kam es vor, als wäre er so unbedeutend wie ein Insekt unter diesem weiten Himmel. Die Sonne stand fast senkrecht und es gab keinen Schatten.«
Zitat aus: "Liebeskinder"

Trotz der auktorialen Erzählweise konnte ich mich sehr gut mit Zadoc, wie auch den anderen Charakteren identifizieren. Dadurch, dass Jana Frey sich die Zeit nimmt, ihre Charaktere vorzustellen, kamen sie mir sehr echt und gleichzeitig sehr sympathisch vor. Im Grunde genommen bin ich kein Fan von vielen Worten, die die Charakterzüge der einzelnen Protagonisten beschreiben, denn ich langweile mich da ziemlich schnell. Die Autorin hat es jedoch geschafft, mich völlig darauf einlassen zu können, ohne dass es mir zu viel wurde und ohne, dass ich das Gefühl hatte, die einzelnen Personen wären zu grell gezeichnet worden. Ihr flotter, mitreißender Schreibstil hatte mich schon sehr schnell an der Leine und ließ mich auch bis zum Ende hin nicht mehr los. Ich fand es äußerst spannend mehr über Zadoc zu erfahren, über seine Freundin, die mit ihm durch dick und dünn geht und über die gesamten anderen Charaktere ebenso. Es war mir nichts zuviel, sondern hat einfach total gut zueinander gepasst.
Auch zu Kenzie hatte ich einen "besonderen Draht". Sie hat mir stellenweise ebenso Leid getan, wie Zadoc. Jana Freys Art, zwischen den Zeilen von Kenzies Gefühlen zu berichten, hat mich zutiefst beeindruckt. Ich hätte die Protagonistin gerne getröstet und ihr mehr als einmal gesagt, dass sie weit aus mehr wert ist, als sie selbst über sich denkt. Nachdem sie Amos kennen lernt, macht sie eine enorme Entwicklung durch, die für mich absolut nachvollziehbar gewesen ist, und die mir außerordentlich gut gefallen hat.
"Liebeskinder" wird auktorial aus einer sich ständig veränderten Sicht erzählt. Hinzu wird sehr häufig in der Zeit gesprungen, was dazu geführt hat, dass ich mich am Anfang, zugegeben, ein Bisschen schwer getan habe, den ganzen Handlungen zu folgen und die Personen richtig einzuordnen. Da sich Jana Frey allerdings ihre Zeit gelassen hat, die einzelnen Darsteller richtig vorzustellen, rückte für mich der etwas holprige Start total in den Hintergrund und wurde von der beeindruckenden Geschichte abgelöst, die sich darüber hinaus entwickelte.
Hier geht es um so vieles, was überhaupt gar nicht auf den Buchrücken passt. Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Verzweiflung, Depressionen und noch so einiges Mehr, auf das ich jetzt nicht näher eingehen möchte.
Die Geschichte lebt von ihrer Spannung. Auf jeder einzelnen Seite wird sie noch ein bisschen mehr auf die Spitze getrieben, die einzelnen Fäden weiter zusammen gesponnen, bis das fertige Netz entsteht mit der Auflösung, in wie weit die einzelnen Personen miteinander verbunden sind. Die Antworten haben mich wirklich sprachlos gemacht. Man sollte meinen, dass nach dieser Aufklärung die Spannung auf den Nullpunkt sinkt, doch das tat sie keineswegs, denn zu diesem Zeitpunkt wollte ich wissen, wie es dazu kam, was noch kommen sollte und natürlich, was für ein Ende dies alles nehmen wird.
Von dem Ende, wie von dem gesamten Buch, bin ich wirklich maßlos beeindruckt. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite wunderbar unterhalten und mich mitfiebern lassen.
Ich hätte mit so einer grandiosen Geschichte echt nicht gerechnet.


In Kürze:

Positiv
Ich liebe die Art, wie die Autorin ihre Charaktere hat lebendig werden lassen.
Der Schreibstil ist Weltklasse!
Alle Charaktere haben einen Platz in meinem Herzen bekommen.
Wichtige, aktuelle Themen werden angesprochen.
Der Plot ist hervorragend und super umgesetzt.
Verschiedene Sichten,
in verschiedenen Zeiten, was sich am Ende alles zu einem Ganzen zusammenfügt.
Unvorhersehbare Wendungen, die die
Spannung auf die Spitze treiben.
Sehr realitätsnah.
Emotional, einfühlsam, erschreckend.

Negativ 
Nichts

Fazit:

"Liebeskinder" ist anders, als man es sich vorher vorstellt. Es ist berührend, fesselnd und spricht alle Themen an, die immer relevant sein werden. Für mich ist dieses Buch ein Meisterstück, welches in keiner Büchersammlung fehlen sollte.





                                                                                   Kitty 

Top Ten Thursday #24
10 Büche, die verfilmt worden sind

26 März 2015 | 17 Zitate
Das war leichter, als gedacht. Ich habe auch einfach mal ein Buch ausgewählt, welches ich nicht zu Hause habe. Aber da ich es unbedingt lesen und die Verfilmung auch zeitnah schauen möchte, war ich mal so frei. Ich bin schon mega gespannt, welche Bücher ihr ausgewählt habt, und ob ich vielleicht sogar die ein oder andere Verfilmung entdecke, die mir durch die Lappen gegangen ist.



Meine zehn Bücher:

Ich dachte, dass mir das Thema diese Woche bestimmt nicht leicht fallen wird, allerdings habe ich mich wie immer getäuscht. Jetzt im Nachhinein hätte ich glatt noch zehn Bücher mehr auf meine Liste packen können. Aber da ich mich entscheiden musste, sind es diese zehn geworden. Für alle, die sich vielleicht wundern, warum der Potter nicht zu sehen ist: Dieser befindet sich bestimmt zu 90% auf allen Listen, also habe ich ihn mir einfach mal gespart.
Wenn ihr Lust habt, auch am TTT teilzunehmen, dann schaut einfach mal bei Steffi vorbei.



Love, Rosie - Für immer vielleicht
Das Buch habe ich geliebt und sehr bald werde ich mir auch die Verfilmung anschauen. Dauert bestimmt nicht mehr lange.






Wenn ich bleibe
Das Buch fand ich okay, aber leider nicht mehr. Vor Kurzem habe ich den Film gesehen und muss sagen, dass mich dieser emotional mehr erreichen konnte. Tolle Verfilmung!






Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Ich denke, dass ich zu dieser Verfilmung nichts mehr sagen muss. Ich liebe sie, genau so sehr, wie das Buch. Leute, habe ich bei beiden Heulen müssen.






Der Hobbit - Eine unerwartete Reise
Der erste Teil hat mir super gefallen. Der Zweite war okay, aber der dritte war wieder äußerst gelungen. Ich frage mich immer noch, warum man so ein dünnes Buch in drei Teile aufteilen musste...





Safe Haven - Wie ein Licht in der Nacht
Wieder mal ein totaler Emo Film. Das Buch habe ich schon verschlungen und als der Film endlich auf DVD draußen war, musste ich ihn mir sofort ausleihen. Rundum gelungene Verfilmung, wie ich finde.





Das Kind
Ich liebe die Bücher von Fitzek, allerdings konnte mich diese Verfilmung absolut nicht überzeugen. Für mich ein absoluter Griff ins Klo. Da bleibe ich lieber weiter bei den Büchern.





Die Bestimmung - Divergent
Verfilmung grandios gelungen. Ich mag die Reihe wahnsinnig gern und ich muss sagen, dass ich sie sogar noch lieber mag, als Panem.






Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth
Hier fand ich die Verfilmung eher okay, als wirklich gelungen. Vieles war mir fremd und das, obwohl ich die Bücher gelesen hatte. Mh, ich hoffe auf den zweiten Teil. Vielleicht wird der ja besser.





Die Tribute von Panem - The Hunger Games
Hier muss ich auch nichts mehr zu sagen, oder? Meine erste Dystopie. Die Bücher werden mir immer in Erinnerung bleiben und ich finde, dass sie gut auf der Leinwand umgesetzt wurden.





Still Alice - Mein Leben ohne gestern
Weder gelesen, noch gesehen, aber beides muss ich unbedingt noch nachholen. Ich bin mega gespannt auf das Buch und anschließend auch auf die Verfilmung.








Welche Bücher stehen auf eurer Liste?



Kitty 

Rezension:
Katrina Leno - Ich und mein anderes Leben

24 März 2015 | 2 Zitate




Schon immer hat Molly Erinnerungslücken. Ganze Stunden und Tage: einfach weg. Was während dieser Blackouts passiert, weiß sie nicht, nur, dass sie danach jedes Mal wie aus einem wilden Traum erwacht. Bis eines Tages nach einem Unfall ein tödlich verletzter Junge in ihren Armen liegt und behauptet, sie zu kennen. Aber Molly kennt diesen Jungen nicht. Oder doch? Als sie sich auf die Suche nach Spuren macht, gerät sie in den Sog einer verstörenden Wahrheit...







Meine Meinung:

Inhalt
Molly kann sich einfach nicht erklären, warum sie sich an so wenig erinnern kann. Sie wacht plötzlich an einem völlig anderen Ort auf, als an dem, wo sie sich zuletzt befand. Als sie schließlich noch auf einen Jungen trifft, der sie zu kennen scheint, gerät ihr Leben noch weiter aus den Fugen. Warum kennt er sie? Wer ist er? Und wer ist sie?

»Normalerweise lässt er mich reden, und wenn mir nicht nach Reden ist, spielen wir Karten, oder ich lasse ihn eine Kurzgeschichte lesen, an der ich gerade arbeite. Er fragt mich, ob ich Schriftstellerin werden möchte, aber darüber habe ich eigentlich noch nie richtig nachgedacht. Natürlich mag ich Bücher, ich bin förmlich damit großgezogen worden.«
Zitat aus: "Ich und mein anderes Leben"

Charaktere
Molly ist äußerst verletzlich, depressiv und auch sehr durcheinander. Sie ist mir gleich ans Herz gewachsen und hat meinen Beschützerinstinkt geweckt.
Hazel ist Mollys Schwester. Die Beiden stehen sich sehr nahe und Hazel versteht ihre Schwester deswegen blind. Ihr kann man nichts vormachen.
Clancy, Mollys Bruder, lebt ein bisschen zurück gezogen. Er versteht sich zwar mit seiner Schwester recht gut, an die Bindung, die die Schwestern zueinander haben, kommt diese Beziehung jedoch bei weiten nicht heran.

»Die Menschen, die wir lieben, gehen uns unter die Haut und krabbeln durch unsere Venen und finden ihren Weg in unser Herz. Sie verstopfen unsere Blutbahn und bringen unsere Atmung durcheinander und verheddern sich in unserem Körper wie Draht.«
Zitat aus: "Ich und mein anderes Leben"

Gesamt
Schon auf den ersten Seiten erzeugt Katrina Leno eine so riesige Spannung, dass es mir sehr schwer gefallen ist, das Buch überhaupt mal aus der Hand zu legen. Ich fand mich sofort in Molly wieder und konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Die gesamte Geschichte wird aus ihrer Sicht in der Ich-Form erzählt, was mir ihre Emotionen sehr nahe gebracht hat.
Man spürt förmlich, wie durcheinander das Mädchen ist, weil ihr immer mal wieder Bruchstücke aus der jüngsten Vergangenheit nicht mehr einfallen. Sie wacht an einem Ort auf, an dem sie sich eigentlich überhaupt nicht befunden hat. Ich klebte förmlich am Buch fest, weil ich unbedingt wissen wollte, warum sie sich nicht erinnern kann. Was steckt nur dahinter?
Das Buch ist sehr mysteriös. Man kommt nicht gleich auf die Auflösung, was mir außerordentlich gut gefallen hat. An manchen Stellen dachte ich, Licht ins Dunkel gebracht zu haben, doch schon auf der nächsten Seite fiel meine Taschenlampe wieder aus und ich stand erneut in der Finsternis. Diese geschickten Verwirrungen, die die Autorin somit in ihren Roman eingebaut hat, lassen die Spannung niemals abflachen und machen das Buch eigentlich zu einem Pageturner.
Eigentlich deshalb, weil mir doch noch ein Bisschen was gefehlt hat. Aufgrund der Kürze des Romans haben mir die meisten Figuren einfach nicht genug Farbe abbekommen. Sie wirkten im Gegensatz zu der Protagonistin leider viel zu blass und standen in ihrem Schatten. Aus diesen Grund konnte ich mit ihnen auch nicht besonders viel anfangen, was ich enorm schade finde. Besonders bei Mollys Bruder hätte ich mir noch mehr Input gewünscht.
Der Plot ist herausragend. Ich mag es sehr, wie Katrina Leno dieses ernste Thema umgesetzt hat. Sie findet stets die richtigen Worte, bringt die Dinge sehr schnell auf den Punkt, ohne groß in andere Gefilde abzuschweifen und hat dabei ein enorm hohes Tempo drauf. Kurz gesagt: Ihr Schreibstil ist phänomenal! Auch die eher düstere Stimmung, welche im gesamten Roman herrscht, hat mich total gepackt. Stellenweise war ich sogar erschrocken, welche Wendungen Mollys Geschichte genommen hat. Es ist nichts, wie es zu sein scheint und doch vielleicht so, wie man zu wissen glaubte...

Ich empfehle allen, die sich für dieses Buch interessieren, sich nicht die Kurzbeschreibungen im Netz durchzulesen, sondern nur auf den originalen Klappentext zurück zu greifen. Dies macht die Geschichte meiner Meinung nach noch viel spannender, weil man wirklich im Dunkeln tappt und einem nicht verraten wird, um was es überhaupt geht. Ich habe in meiner Kurzbeschreibung aus diesem Grund bewusst ein Bisschen was weggelassen.


In Kürze:

Positiv
Ich mochte den Schreibstil sehr.
Molly ist mir total ans Herz gewachsen,
sie wirkt echt.
Der gesamte Roman ist aus Mollys Sicht in der Ich-Form geschrieben.
Spannungsgeladen.
Viele Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte.
Ernstes Thema, fantastisch umgesetzt.
Hohes Tempo.

Negativ 
Aufgrund der Kürze des Romans haben die Charaktere in meinen Augen leider nicht genug Farbe abbekommen.


Fazit:

"Ich und mein anderes Leben" beschäftigt sich mit einem ernsten Thema, welches sehr gut in dem Roman umgesetzt wurde. Es geht zu Herzen, ist ein bisschen erschreckend und von der ersten bis zur letzten Seite äußerst spannend.





                                                                                   Kitty