Kurzrezension:
Katja Bohnet - Messertanz

30 Januar 2016 |


 320 Seiten |  Knaur. | Autorin | Leseprobe 



Menschen verschwinden. Menschen sterben. Heute ist es Alla Kusmin. Erstochen und verstümmelt. Die Leiche der Russin liegt in einer Wohnung in Berlin-Marzahn. Viktor Saizew und Rosa Lopez, ein eigenwilliges Ermittlerteam, werden vom LKA Berlin mit dem Fall betraut. Die beiden stellen Nachforschungen in der Familie der Ermordeten an und geraten in einen Sumpf von Korruption, in dem jeder käuflich ist und in dem selbst die Täter Opfer sind. Die Spur führt nach Russland - aber auch tief in die Vergangenheit der beiden Ermittler.







»Sein Job beim LKA, [...] hatte ihm immer wieder gezeigt, dass die Realität jede Phantasie übertraf. Das galt auch für [...] den vielfach verstümmelten Körper hier auf dem hell gefliesten Küchenboden [...].
Zitat aus: "Messertanz"


Meine Meinung:

Einmal mit dieser Geschichte begonnen, zieht sie einen so dermaßen mit, dass keinerlei Pausen zwischen den Seiten möglich sind. Ich war vom Schreibstil genauso gepackt, wie von der nicht enden wollenden Spannung...
Katja Bohnet versteht es ihre Leser bei der Stange zu halten. Sie wirft mal hier und mal da etwas ein, womit man erst noch nichts anfangen kann, was einen allerdings sehr neugierig auf den Ausgang macht. Zudem hat sie mit Viktor Saizew und Rosa Lopez ein ziemlich authentisches, starkes Ermittlerteam erschaffen. Der männliche Part dieses Teams ist eigentlich aufgrund gesundheitlicher Probleme suspendiert, doch er fügt sich dem absolut nicht. Wie die Zwei zusammenarbeiten hat mir sehr gefallen. Es wird nämlich nicht nur auf den Fall an sich eingegangen, sondern auch ziemlich viel von den Ermittlern selbst preisgegeben, ohne die Ermittlungen deswegen in den Hintergrund geraten zu lassen. Hier steht natürlich ebenfalls die Krankheit des Ermittlers im Fokus, sowie die familiäre Situation von Rosa.

»Ein paar Stunden! Viktor fand das unheimlich. Um fünf Uhr verließ er das Bett nur, wenn extremer Harndrang als Folge abendlicher Alkoholexzesse ihn dazu zwang oder höhere Gewalt in Gestalt eines Toten. Freiwillig früher zur Arbeit zu gehen war in Viktors Augen entweder abartig oder überengagiert. Beides war ihm suspekt.«
Zitat aus: "Messertanz"

Alles wirkte äußerst real auf mich. Von dem Fall bis hin zu den zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich alle von Seite zu Seite weiter entwickelten.
Jedes Kapitel befasst sich mit einem anderen Charakter. Es wird auktorial erzählt, was einem als Leser einen allumfassenden Einblick in die Geschehnisse verschafft. Ich war positiv überrascht von vielen Ereignissen, erschreckt von einigen, sehr brutalen Szenen und absolut entzückt davon, dass sich von Zeit zu Zeit immer mehr von den gesammelten Puzzleteilen zu einem Ganzen zusammenfügen.
Einen ganz besonderer Pluspunkt, neben den Protagonisten, bekommt für mich die Tatsache, dass der gesamte Thriller total unvorhersehbar gewesen ist. Ich hatte viele Gedanken im Kopf, die allesamt für die Katz waren. Das Ende hat mich dementsprechend überrascht, und sprachlos zurückgelassen. Ich hoffe sehr, dass ein zweiter Band nicht lange auf sich warten lässt.


Fazit:

Messertanz ist wahrlich nichts für Zartbesaitete, denn es finden sich schon einige brutale Szenen in diesem Thriller. Alle anderen können bei Katja Bohnets Debüt nichts falsch machen. Messertanz ist spannend, erschreckend, temporeich und im Zentrum dessen stehen die beiden Ermittler Viktor Saizew und Rosa Lopez, die alles andere, als 0815, aber (gerade deswegen?) dennoch äußerst sympathisch sind. Absolute Leseempfehlung!





Weitere Rezensionen:

daslindgrenchen (5/5)
Die dunklen Felle





0 Zitate

Kommentar veröffentlichen

Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
Meine Antwort findest du gleich unter deinem Eintrag.

Spam und Kommentare, die allein zur Werbung dienen, werden kommentarlos gelöscht.

Vielen Dank, dass du bei mir warst. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. :)