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bin aber schon bald wieder für euch da. ☺

Rezension:
Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer

22 März 2016 |

Vielen Dank an den Heyne Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!














08.03.16 | 368 Seiten | Heyne | Autorin | Leseprobe | Kaufen

Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen

Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …





»Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben.«
Zitat aus: "Mein bester letzter Sommer"



Meine Meinung:

Charaktere
Tessa ist absolut wütend. Auf ihre Eltern, ihre Schwester und auch auf sich selbst. Sie hat so viele Emotionen in sich und will mit dem Kopf durch die Wand. Erst als sie Oskar trifft, findet sie sich selbst wieder.
Oskar hat ebenso ein Päckchen zu tragen, wie seine Liebste, doch er spricht nicht gerne darüber und lässt in dieser Hinsicht auch niemanden an sich heran. Er genießt die Momente mit Tessa und ist absolut verrückt nach ihr, was ich ihm zu jeder Zeit abgenommen habe.

»Es ist schon seltsam, wie einzelne Momente alles ändern. Und wie ein einziger Mensch alles auf den Kopf stellen kann. Dich und dein ganzes Leben.«
Zitat aus: "Mein bester letzter Sommer"

Gesamt
Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich Mein bester letzter Sommer rezensieren soll. Wie trifft man die richtigen Worte bei einer Geschichte, die einen so sehr zum Weinen gebracht hat, wie  es zuletzt bei Die letzten Tage von Rabbit Hayes der Fall gewesen ist? Ich habe diesen Text schon zig Mal geschrieben, geändert, gelöscht und mir die Haare dabei gerauft. Es hat ewig gedauert, bis ich überhaupt ansatzweise zufrieden mit meinen Worten gewesen bin und das, obwohl diese wahrlich niemals ausdrücken können, was ich beim Lesen dieses Schmuckstücks empfunden habe...
Ein großer Pluspunkt ist für mich, dass sich Anne Freytag absolut nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält, sondern schnell zum Punkt kommt. So wird nicht ewig die Umgebung beschrieben und die Geschichte zu sehr in die Länge gezogen, sondern alles Wichtige erzählt und alles Unwichtige ausgeklammert. Durch diesen Schreibstil hat Mein bester letzter Sommer ein sehr hohes Tempo und lässt sich somit auch sehr gut und schnell lesen.
Die beiden Protagonisten Tessa und Oskar erzählen abwechselnd ihre Sicht der Dinge in der Ich-Form, wobei Tessa hier einen größeren Teil einnimmt, als ihr Freund. Gerade mit Tessa hatte ich am Anfang so meine Schwierigkeiten. Sie ist krank und wird bald sterben. Diese Tatsache hat sie, zurecht, wütend gemacht. Doch sie richtet ihre Wut meiner Meinung nach, an die falschen Personen. Ich befand mich bei ihr in einer gewissen Zwickmühle: Auf der einen Seite konnte ich ihre Wut und ihre Hilflosigkeit absolut verstehen, aber auf der anderen Seite denke ich, dass sie trotzdem nicht das Recht hat, so gemein und verletzend mit ihren Mitmenschen umzugehen. Nichtsdestotrotz hat sie mir Leid getan.

»Ein Teil in mir schämt sich. Und ja, ich fühle mich ertappt, aber ich liebe es, seine Krabbe zu sein. Vielleicht ist das nicht der Kosename, den ich mir ausgesucht hätte, aber er gehört mir.«
Zitat aus: "Mein bester letzter Sommer"

Die Liebesgeschichte, die die Zwei an den Tag legen, gleicht einer ICE-Fahrt: Sie geht sehr schnell voran. Ich muss sagen, dass es schon ein bisschen zu rasant für meinen Geschmack war, letztendlich hat es aber dennoch zu der Geschichte gepasst.
Diese, eher wenigen Punkte, die mir nicht ganz so gut gefallen haben werden allerdings total in den Schatten gerückt durch die Tatsache, dass mich schon lange kein Buch mehr so zum Weinen gebracht hat, wie dieses. Egal um welche Person es sich handelte: Man bekommt als Leser jedes einzelne Gefühl dieser zu spüren. Sei es der Schmerz, den die Mutter von Tessa in sich trägt, weil sie bald ihre Tochter verlieren wird. Die Hilflosigkeit des Vaters, weil er seiner Tochter nicht helfen kann. Die verborgenen Emotionen Tessas Schwester, oder die Wut der Protagonistin. Diese und noch viel mehr Gefühle werden allesamt auf den Leser übertragen und treffen einen, wie ein stramm aufgeblasener Ball beim Völkerball, mitten in den Bauch und arbeiten sich bis zum Herzen vor. Dachte ich, ich habe mich endlich beruhigt, erfolgte schon die nächste Welle und ich versank erneut im Tal der Tränen, welches sich zum Ende hin in einen tiefen Ozean entwickeln sollte.
Ich weiß nicht, wie Anne Freytag es geschafft hat, so viel Gefühl in diese Geschichte einfließen zu lassen, aber ich bewundere sie echt dafür und ziehe meinen Hut.
Zwar spürt man während des Lesens stets das drohende Unheil über einem schweben, wie ein Damoklesschwert, doch trotz der drohenden Katastrophe wird dem Leser auch immer mal wieder das Licht präsentiert: Den Roadtrip, auf den die Verliebten sich begeben, das Abenteuer, welches sie zusammen erleben und noch viele andere Momente lassen einen trotz verweinten Augen lächeln. Es hat mich zutiefst berührt, getroffen und emotional absolut fertig gemacht dieses Buch zu lesen, und trotzdem liebe ich dieses Buch.


In Kürze:

Positiv
Ich Erzähler Tessa, aber auch
Ich Erzähler Oskar.
Konnte nicht mehr aufhören zu lesen.
Spannung on mass.
Viele, viele Emotionen, die mich echt fertig gemacht haben.
Empathie mit beiden Protagonisten.
Der Roadtrip ist toll, da nicht zu lang und nicht zu ausschweifend erzählt.
Ich habe jedem alle Emotionen und Handlungen total abgenommen.
Das Ende ist zwar tot traurig, aber absolut passend.
Man sympathisiert mit jeder Figur.

Negativ 
Mir ging es mit der Beziehung ein bisschen zu schnell.
Tessa wirkte ganz besonders am Anfang nicht immer sympathisch auf mich.


Fazit:

Ich habe lange überlegt, wie ich Mein bester letzter Sommer bewerten soll, denn ich hatte ja nun auch ein paar Dinge, die ich nicht so toll fand. Da diese aber absolut in den Schatten gestellt werden durch die Flut an Emotionen, die man als Leser übermittelt bekommt, kann und werde ich darüber hinwegsehen. Für mich hat das neue Werk von Anne Freytag auf jeden Fall große Chancen schon jetzt zu meinem Jahreshighlight zu werden! Must read!



Weitere Rezensionen:


Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥



4 Zitate

  1. Hallöchen meine liebe Kitty,
    ich freue mich riesig, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Ich muss sagen, ich fand es gerade schön, dass zwischen Tessa und Oskar alles sofort so klar war. Dass es kein langsames Heranschleichen gab, sondern eben einfach Klarheit. Sie hatten doch keine Zeit, also warum welche verschwenden? Ich habe das geliebt. Ein wirklich wunderbares Buch und wie du schon sagst ein Anwärter für das Jahreshighlight! :D

    Liebst, Lotta

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    1. Liebes, ich habe mit Anne da schon drüber gesprochen und jetzt macht es für mich auch mehr Sinn und ich kann es besser nachvollziehen. Natürlich haben die Zwei keine Zeit. Warum bin ich da beim Lesen nur nicht selbst drauf gekommen?!
      Jetzt im Nachhinein denke ich auch, dass es den Zauber irgendwie genommen hätte, wenn sie ewig umeinander rumgeschlichen wären. *seufz*
      Ich bin immer noch sprachlos und zutiefst berührt, wenn ich auch nur an das Buch denke. ;)
      Drück dich :*

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  2. Huhu liebste Kitty,
    eine wunderschöne Rezension. Und ich suche momentan das Feld, womit ich sie genauso unterschreiben kann :D
    Mir geht es momentan wie es dir vor kurzem wohl ging: ich sitze über meine Rezension und weiß einfach nicht, wie es alles schreiben soll. Und auch was die Liebesgeschichte angeht, kann ich dir nur zustimmen. Das ging mir auch echt zu schnell.... Wer fährt denn schon mit einem völlig Unbekannten, den man gerade zweimal gesehen hat, direkt nach Italien, zumal dann, wenn man eben weiß, dass man stirbt. Wer sagt einem denn, dass dich dein "Freund" nicht hängen lässt, sobald es aufs Ende zugeht. Das hat mich nicht so ganz überzeugt.
    Aber ich finde deine Rezension richtig gelungen, da man gut rauslesen kann, wie sehr das Buch berührt.

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Danke, liebe Nelly. ♥
      Ich weiß echt nicht, wie oft ich angefangen hatte, die Rezi zu schreiben und dann alles wieder entnervt gelöscht habe, weil ich es nicht gut genug fand. *seufz*
      Ja, du hast völlig Recht mit deinen Gedankengängen. So ging es mir auch. Allerdings meine ich es jetzt besser verstehen zu können, denn wie Lotta oben, oder auch Anne mir gesagt haben: Sie haben eben keine Zeit, also warum die wenige, die ihnen noch bleibt, verschwenden? Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin. Man muss eben die "außergewöhnlichen Umstände" mit einbeziehen. ;)
      Ich bin echt froh, dass ich augenscheinlich wohl doch noch die richtigen Worte getroffen habe.
      Vielen Dank, für dein liebes Feedback. :)
      GlG
      Kitty ♥
      P.S. Ich wünsche dir gutes Gelingen bei deiner Rezi. ♥

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Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
Meine Antwort findest du gleich unter deinem Eintrag.

Vielen Dank, dass du bei mir warst. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. :)