Rezension:
Sarah Butler - Die Nacht brennt

07 März 2016 |















Original: Before the Fire | 01.03.16 | 288 Seiten | Knaur. Autorin | Leseprobe | Kaufen

Stick und Mac sind beste Freunde und wollen nur eins: raus aus Manchester, raus aus der Enge der Familie, der Wohnung, der Clique. Sie wollen mit dem Auto nach Málaga fahren, um einen Sommer voll Partys, Alkohol und Frauen zu erleben und vielleicht nie wieder zurückzukommen. Doch in der Nacht ihrer Abschiedsparty wird Mac erstochen. Stick steht unter Schock und muss mit seiner Trauer, seiner Wut, seinem Wunsch nach Freiheit und familiärer Geborgenheit klarkommen. Dann lernt er »J« kennen, ein Mädchen mit pinken Haaren und Piercings. Endlich scheint sich für den 17-Jährigen etwas zum Positiven zu wenden. Doch Sticks Wut ist nach wie vor da, und die Unruhen von London greifen bald auch auf Manchester über …





»Alle taten so, als wäre es tatsächlich passiert, als wäre Mac wirklich tot, aber das konnte nicht sein. Stick war nicht tot, wie konnte Mac es da sein? Das Auto war noch da, das Viertel war noch da, die Sonne schien. Es ergab alles keinen Sinn.«
Zitat aus: "Die Nacht brennt"



Meine Meinung:

Charaktere
Stick möchte mit dem Kopf durch die Wand, dabei ist er im Inneren eher ein zurückhaltender Typ. Diese Diskrepanz bemerkt man als Leser extrem, als sein bester Freund stirbt. Stick, der eigentlich Kieran heißt, möchte ausbrechen - weg von seiner Familie, mit der er nicht so gut klar kommt.
Mac ist nicht auf den Mund gefallen und ebenfalls auch noch ziemlich verrückt. Er gibt nichts auf das, was andere über ihn sagen, oder denken, sondern zieht sein Ding einfach durch und seinen besten Freund Stick mit sich.

»Sie wünschten, dass ich tot wäre, hatte er sich wieder und wieder gesagt. Sie wünschten, ich wäre tot und nicht Sophie.«
Zitat aus: "Die Nacht brennt"

Gesamt
Ich war vom Beginn des neuen Werkes von Sarah Butler äußerst angetan. Schon gleich wird einem einer der beiden Protagonisten vorgestellt, nämlich Stick, der seinen Spitznamen erhalten hat, weil er eben nur ein Strich in der Landschaft ist. Ich mochte es sehr, wie besonders die beiden Freunde miteinander umgehen, wenngleich ich mit ihrer eher derben Sprache erst noch warm werden musste. Sie nehmen beide absolut kein Blatt vor den Mund und haben beide nur ein Ziel: Endlich raus aus der Stadt, hinein ins Abenteuer.
Es ist auch alles gut durchdacht und geplant worden. Ich habe es beiden total abgenommen und fand es ebenfalls realistisch, wie sie sich auf ihre Reise vorbereitet haben. Einzig die Tatsache, wie Mac an diesem letzten Abend seines Lebens rumläuft, empfand ich doch als etwas überspitzt dargestellt, darüber kann ich allerdings hinweg sehen.
Die Geschichte beschreibt die Monate von Juni 2011 bis August 2011 und wird ausschließlich auktorial erzählt. Das Augenmerk liegt dabei auf Stick und in seinem Umgang vor und mit der Trauer, sowie dem neuen Weg, den er einschlagen muss. Diesen jedoch erst einmal zu finden, braucht natürlich Zeit, die wir mit dem Protagonisten knapp 300 Seiten lang zusammen verbringen.

»"Du bist ein super Kerl, Kieran. Du kannst tun, was immer du willst, aber die Welt kommt nicht zu dir, wenn du keinen Schritt zu ihr hin machst."«
Zitat aus: "Die Nacht brennt"

In Die Nacht brennt geht es natürlich hauptsächlich um die Trauer und den Scheideweg, den Stick erleiden muss, allerdings befasst sich dieser Roman ebenfalls mit Depressionen und deren Umgang damit. Stick hat nämlich nicht nur den Verlust seines besten Freundes zu verkraften, sondern noch etwas anderes, worin seine Familie mit involviert ist. Die Gemütslage ganz besonders von seiner Mutter, konnte ich vollends nachvollziehen.
Im Grunde genommen hätte man aus dieser Geschichte, diesem wirklich außerordentlich guten Plot so viel machen können. Ich hatte damit gerechnet, dass die Tränen wie Sturzbäche fließen würden, doch zu keiner Zeit hatte ich auch nur das Gefühl, überhaupt in Tränen ausbrechen zu müssen. Mir war der Protagonist nicht wirklich nahe. So etwas wie Empathie konnte ich ebenfalls nicht aufbringen und, für mich der entschiedene Makel überhaupt: Es kamen keinerlei Emotionen bei mir an, die gerade bei einer solchen Thematik für mich aber das Wichtigste sind. Weder beim Tod von Mac, noch beim Kennenlernen von "J", habe ich etwas gespürt. Ganz im Gegenteil: Gerade als sich die Beziehung von J und Stick entwickelt hat, kam so überhaupt gar nichts mehr bei mir an. Ich konnte den Verlauf schlicht nicht mehr nachvollziehen und war vom Ende ebenfalls nicht sonderlich überrascht.


In Kürze:

Positiv
Der Schreibstil ist toll.
Es lässt sich gut lesen.
Der Anfang der Geschichte ist sehr gut gelungen.
Spannung (Wenn auch nur bis zur Hälfte)

Negativ 
Keinerlei Sympathie/Identifikation für die Protagonisten.
Charaktere insgesamt zu blass.
Keinerlei Übertragung der Emotionen auf den Leser.


Fazit:

Die Nacht brennt hatte viel Potenzial, welches allerdings leider nicht vollends ausgeschöpft wurde. Die Idee ist hervorragend, aber gerade die so wichtigen Emotionen, die solche Geschichten lebendig werden lassen, waren hier leider nicht vorhanden, bzw. kamen nicht bei mir an. 



Weitere Rezensionen:
Booknaerrisch (5/5)




Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥



4 Zitate

  1. Das Buch wartet bereits auf mich, mal schauen wie ich es finde, und wie ich das Potenzial emfpinde :) Eine wirklich tolle Rezi!

    LG Piglet <3

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    1. Dankeschön. :) Ich hoffe sehr, dass du mehr damit anfangen kannst. Eine sehr positive Stimme gibt es ja schon. Hoffentlich kannst du dich dieser anschließen. :) Viel Vergnügen mit dieser Geschichte. :)
      GlG
      Kitty ♥

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  2. Hallo Kitty,
    momentan subt das Buch bei mir noch, aber ich habe mir vorgenommen, es im März auf jeden Fall noch zu lesen. :)
    Bin mal gespannt, ob ich mit deiner Meinung übereinstimmen werde.
    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Ich hoffe sehr, dass du nicht meiner Meinung bist, liebe Julia, sondern das du das Buch so richtig toll und berührend finden wirst. :)
      Hab ganz viel Spaß damit. :)
      GlG
      Kitty ♥

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Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
Meine Antwort findest du gleich unter deinem Eintrag.

Vielen Dank, dass du bei mir warst. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. :)