Rezension:
Colleen Hoover - Nächstes Jahr am selben Tag

10 März 2017 |

Vielen Dank an den dtv Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!











 Original: November 9
10.03.17 | 376 Seiten | dtv Autorin | Leseprobe Kaufen  

Ausgerechnet am Abend, bevor sie von Los Angeles nach New York zieht, lernen sie sich kennen: die 18-jährige Fallon, Tochter eines bekannten Filmschauspielers, und der gleichaltrige Ben, der davon träumt, Schriftsteller zu werden. Beide verlieben sich auf den ersten Blick ineinander und verbringen die Stunden vor dem Abflug zusammen. Doch wie soll es weitergehen? Wollen sie sich wirklich auf eine Fernbeziehung einlassen und ihren Alltag nur halbherzig leben? Um das zu verhindern, beschließen die beiden, sich die nächsten fünf Jahr jedes Jahr am selben Novembertag zu treffen, dazwischen jedoch auf jeglichen Kontakt zu verzichten. Und wer weiß, vielleicht, so die Hoffnung, klappt es am Ende der fünf Jahre ja mit einem Happyend.
Doch fünf Jahre sind eine lange Zeit - und so kommt ihnen trotz aller intensiven Gefühle, die bei jedem Treffen der beiden hochkochen, ganz einfach das Leben dazwischen …





»Behaglichkeit kann manchmal so etwas wie eine Krücke sein, auf die man sich stützt, statt zu versuchen, wieder ohne Hilfe zu laufen. Ziele erreicht man aber nur, wenn man sich überwindet, dafür zu arbeiten.«
Zitat aus: "Nächstes Jahr am selben Tag"



Meine Meinung:

Charaktere
Ben hat in seiner Vergangenheit so einiges miterlebt. Er ist ein sensibler junger Mann, der mit seiner charmanten Art Frauenherzen höher schlagen lässt. Ben schreibt ein Buch. Er ist sehr talentiert.
Fallon hat wegen einem schrecklichen Unfall ihren Job verloren und sich zurück gezogen. Sie hat viel von ihrem Selbstbewusstsein eingebüßt. 

»"Ich versuche mir immer zu sagen, dass jeder Mensch Narben hat", flüsterte sie. "Und da sind sicher welche dabei, die besser sind als meine. Der Unterschied ist, dass meine Narben sichtbar sind und die von vielen anderen Leuten nicht, weil sie tief im Inneren liegen."«
Zitat aus: "Nächstes Jahr am selben Tag"

Gesamt
Es ist aufdringlich, wie sich Ben Fallon das erste Mal nähert, wie er sie kennenlernt und wie sie, zu perplex, überhaupt nicht weiß, wie sie reagieren soll. Im Grunde genommen ist dieser Anfang, der Anfang dieser wundervoll bewegenden Geschichte wirklich etwas too much. Man weiß als Leser gar nicht, wie einem geschieht, denn es passiert alles in einer rasanten Geschwindigkeit. In einem sehr hohen Tempo verliebt sich Fallon in Ben, Ben in Fallon und ich mich in beide...
Sehr gut gewählt hat Colleen Hoover den Aufbau ihres Buches. Sie lässt die Protagonisten abwechselnd in der Ich-Form erzählen und beschränkt sich auf die einzelnen Jahre des 9. Novembers. Sie findet direkte Worte und umschreibt keine Dinge, oder Settings, und bremst so die Geschichte aus. Sie beschränkt sich auf das Wichtigste: Auf den Plot und darauf, diesen voranzutreiben. Bei ihr weiß ich grundsätzlich worauf ich mich einlasse, wenn ich zu einem ihrer Bücher greife. Ich schätze ihre Schreibweise sehr, denn es gibt nicht viele Autoren, deren Wörter mich mitten ins Herz treffen. Colleen Hoover ist zweifellos eine von ihnen. Zuerst habe ich mit Fallon mitgelitten, ihren Vater und den schweren Unfall verflucht. Anschließend verliebte ich mich in Ben. Er ist so direkt, aber niemals plump. Er ist charmant, aber niemals übertrieben. Er hat sein Päckchen genau so zu tragen wie Fallon das Ihre. Gegenseitig lernen sie sich kennen und verlieben sich. Ich habe ihnen auf jeder einzelnen Seite jedes einzelne Wort abgenommen. Habe mitgeweint, mitgelacht und ich hatte Schmetterlinge im Bauch.
Wer schon einige Bücher von Colleen Hoover gelesen hat, wird wissen, dass sie in jeder ihrer Geschichten zumindest eine "Sache" eingebaut hat, die den Leser erst einmal nach Luft schnappen lässt, weil man es nicht fassen kann.

»"Wir bekommen bei unserer Geburt nur einen Körper und eine Seele, okay? Ersatz gibt es nicht, deswegen ist es wichtig, dass wir verdammt gut darauf aufpassen."«
Zitat aus: "Nächstes Jahr am selben Tag"

Ich denke ich spoiler nicht, wenn ich verrate, dass dies auch in "Nächstes Jahr am selben Tag" passiert. Gerade an dieser Stelle war ich zutiefst erschüttert. Ich beschreibe es gerne mit den Worten: "Da fühlt man sich gerade sicher und denkt, es kann einfach nichts mehr passieren. Und dann kommt der Vorschlaghammer auf einen niedergesaust." So habe ich mich gefühlt. Ich hatte die Rolle von der Hauptfigur eingenommen und konnte so richtig gut nachempfinden, wie sich die Figur gefühlt hat. Diese Übertragung der Gefühle von den Protagonisten auf den Leser beherrscht die Autorin einfach aus dem Effeff. Ist man gerade noch am Lachen, muss man auf der nächsten Seite schon weinen und kann es nicht fassen, was für eine Wendung die Geschichte genommen hat. Dies bewirkte bei mir, dass ich nicht anders konnte, als einfach immer weiterzulesen. Ich wollte wissen, wie der nächste 9. November ausgeht. Ob sie sich wirklich treffen, oder vielleicht einer von ihnen nicht kommen würde.
Neben des Plots gibt es auch noch jede Menge Dinge, die außerdem noch geschehen. Alle Nebenfiguren, die ihre Szene bekommen, kann man sich sehr gut vor Augen führen. Sie erschienen mir allesamt sehr echt und auch ziemlich gut durchdacht, sowie charakterisiert.
Was mir ebenfalls sehr positiv auffiel ist, dass sich am Ende alles zusammenfügt, was man am Anfang vielleicht nicht so richtig verstanden hat, oder nachvollziehen konnte. Am Ende kommt dieses großes "Aha-Erlebnis", und alle Puzzleteile fügen sich zu einem Ganzen zusammen. Und dann? Dann kann man erst einmal gar nichts machen, außer über diese Geschichte nachzudenken. Sie hallt auch jetzt noch in mir nach. Sie ist wundervoll.


In Kürze:

Positiv
Der Plot ist toll.
Emotionen, Emotionen, Emotionen.
Beides in der Ich-Form erzählt.
Die Protagonisten wechseln sich als Erzähler ab.
Rasantes Tempo.
Voller Spannung.
Nachvollziehbar.
Humorvoll.
Gute Identifikation zu beiden Hauptfiguren.
Hat mich zu Tränen gerührt.
Das Ende rundet alles sehr schön ab.

Negativ 
Nichts!


Fazit:

Echt jetzt? Echt jetzt! Colleen Hoover hat es erneut getan: Sie hat mich mit dieser wundervollen Geschichte zu Tränen gerührt. Es passt einfach alles von vorne bis hinten. Die Figuren, der Plot, die Umsetzung, alles! Sie ist wundervoll und sollte wirklich von jedem gelesen werden.




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Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥


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