Rezension:
Naomi Novik - Das dunkle Herz des Waldes

28 Februar 2017 |

Vielen Dank an den cbj Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!











 Original: Uprooted
21.11.16 | 576 Seiten | cbj Autorin | Leseprobe Kaufen  

Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt: das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss. Doch jenseits des Flusses liegt der Dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der »Drache«, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe: Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen. Der Zeitpunkt der Wahl naht und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Agnieszkas beste Freundin Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet. Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka.





»Niemand verschwand im Dunklen Wald und kam wieder zurück, jedenfalls nicht unversehrt und so wie vorher.«
Zitat aus: "Das dunkle Herz des Waldes"



Meine Meinung:

Charaktere
Agnieszka ist sehr tollpatschig und auch ziemlich naiv. Sie denkt nicht viel über das nach, was sie als nächstes machen wird, sondern tut es einfach. Über die Konsequenzen macht sie sich nicht wirklich Gedanken.
Kasia wurde schon jahrelang auf den "großen" Tag vorbereitet und ist ebenso erschüttert, wie alle anderen, als nicht sie, sondern ihre beste Freundin vom Drachen auserwählt wird.
Der "Drache" ist ein großer Magier und sorgt dafür, dass die einzelnen Dörfer um den Wald geschützt sind. Doch dafür sucht er sich alle zehn Jahre ein Mädchen aus, welches mit ihm zusammen in seinem Turm leben muss. Und zwar so lange, bis er sich ein neues Mädchen aussucht.
Der Drache ist sehr undurchschaubar. Man lernt ihn erst im Laufe der Geschichte so richtig kennen.


»Das Tal, sonst so voller Leben, wirkte auf dem Gemälde wie vom Rahmen eingepfercht, und je länger ich es betrachtete, desto mehr fühlte ich mich selber eingeschlossen.«
Zitat aus: "Das dunkle Herz des Waldes"

Gesamt
Gelockt wurde ich zuerst von dem wunderschönen Cover und einem Klappentext, der so viel versprach. Als ich mich schließlich immer weiter mit Agnieszka, der Ich-Erzählerin in den dunklen Wald wagte, kam leider die Ernüchterung.
Die Geschichte beginnt eher leicht und langsam und kommt nie so richtig in Fahrt. 
Das Setting ist hingegen wundervoll. Ich hatte den Wald, den Turm und die Dörfer die gesamte Zeit über vor mir. Bedauerlicherweise verliert sich Naomi Novik in detaillierten Beschreibungen über den Wald und das gesamte Drumherum, ohne die Geschichte so voranzutreiben, eine Spannung erzeugen zu können. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich auch mit etwas weniger ausschmückendem Beiwerk die Düsternis des Waldes gespürt hätte. Dieses "Weniger ist mehr" zog sich für mich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Weniger Wiederholungen hätten mir besser gefallen. Es wird ständig darauf hingewiesen, wie tollpatschig Agnieszka ist. Ständig fragt der Drache, was sie denn nun schon wieder angestellt hat. Sie ist nicht nur tollpatschig, sondern auch furchtbar naiv.

»"Ich weiß, dass sie dir am Herzen liegt", sagte er über seine Schulter hinweg. "Aber man tut niemandem einen Gefallen, wenn man falsche Hoffnungen weckt."«
Zitat aus: "Das dunkle Herz des Waldes"

Ohne über ihre Handlungen nachzudenken, geht sie stets mit dem Kopf durch die Wand. Sie wurde mir nie richtig sympathisch, sondern hat mich das gesamte Buch über genervt. Für mich war es leider ziemlich utopisch, wie der berüchtigte "Elefant im Porzellanladen" auf einmal zur Heldin werden soll. Beim Drachen verhielt es sich fast genauso. Doch zu ihm konnte ich zumindest zum Ende hin noch eine, wenn auch kleine, Beziehung aufbauen. Das Verhalten, was er gegenüber Agnieszka an den Tag legt, lässt eindeutig zu wünschen übrig. Ich habe es überhaupt nicht verstanden.
Gelungen ist zweifellos der Plot. Der Hintergrund der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, wenngleich ich die Umsetzung aus oben genannten Gründen nicht so berauschend finde. Auf die großen Überraschungen habe ich ebenso vergebens gewartet, wie auf Spannung und Tempo. Letztendlich empfand ich einige Dinge als vorhersehbar und muss gestehen, dass ich am Ende froh war, dass ich die Geschichte abgeschlossen hatte.


In Kürze:

Positiv
Der Plot ist toll.
Das Cover ein Traum.
Agnieszka ist die Ich-Erzählerin.
Das Setting gefällt mir sehr.

Negativ 
Es wird zu viel Unwichtiges detailliert beschrieben.
Agnieszka ist mir zu naiv und nervig.
Keine Spannung.
Kein Tempo.
Die Geschichte zieht sich wie Kaugummi in die Länge.
Es geschieht nichts Überraschendes.


Fazit:

Für mich ist "Das dunkle Herz des Waldes" bedauerlicherweise nichts gewesen. Ich konnte mich nicht mit der Protagonistin anfreunden und empfand die Geschichte insgesamt als zu langweilig und in die Länge gezogen, dabei hörte sich der Plot so vielversprechend an.




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