Rezension:
S. K. Tremayne - Stiefkind

20 März 2017 |

Vielen Dank an den Knaur. Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!












Original: The Fire Child
01.12.16 | 400 Seiten | Knaur. Autor | Leseprobe Kaufen  

Rachel hat es endlich gut getroffen. Nach langen Single-Jahren hat sie den Anwalt David Kerthen kennengelernt und zieht mit ihm in sein Herrenhaus auf den Klippen von Cornwall. Mit den besten Absichten, auch für Davids Sohn aus erster Ehe, den 9-jährigen Jamie, eine gute Mutter zu sein. Denn Davids erste Frau kam auf tragische Weise in einer der überfluteten Zinngruben an Cornwalls Küste ums Leben.
Doch Jamie verändert sich, scheint von düsteren Visionen geplagt - und platzt schließlich mit einem Satz heraus, den Rachel nicht mehr vergessen kann: „ An Weihnachten wirst du sterben ... und meine Mummy kommt zurück."





»Mein eigener Stiefsohn macht mir Angst, und ich muss herausfinden, warum das so ist: Ich muss verstehen, was in ihm vorgeht.«
Zitat aus: "Stiefkind"



Meine Meinung:

Charaktere
Rachel hat in David ihre große Liebe gefunden. Schon nach wenigen Wochen haben sie geheiratet und leben fortan im großen Herrenhaus. Dort fühlt sich Rachel oft allein, bleibt allerdings stark. Ihre Gedanken kann man sehr gut verstehen. Sie wächst einem ans Herz.
David ist nur ab und zu mal zu Hause, da er sehr viel arbeitet und aus diesem Grund in London unterwegs ist. Er kommt nur am Wochenende nach Hause, wo er sich liebevoll um seine kleine Familie kümmert. Den Tod seiner ersten Ehefrau hat er noch immer nicht richtig überwunden. Er hat sie sehr geliebt.
Jamie ist der achtjährige Sohn von David. Er ist eigentlich ein aufgewecktes Kind, zieht sich allerdings gelegentlich zurück und neigt zu Ausbrüchen. Seine Visionen sind erschreckend und machen ihm Angst.

»Sobald ich davon anfange, [...] könnte David denken,ich glaube, dass sein Sohn Dinge vorhersagen kann. [...] Wenn ich so was sage, kann der Eindruck entstehen, ich sei irre. Und ich darf mich nicht irre anhören. Denn ich bin nicht irre.«
Zitat aus: "Stiefkind"

Gesamt
Nachdem mir "Eisige Schwestern" schon so gut gefallen hat, war ich ganz entzückt, als mich "Stiefkind" erreichte. Schon auf den ersten Seiten fühlte ich mich wieder total wohl und ließ mich vom angenehmen Schreibstil des Autors treiben.
Die Umgebung schafft beim Lesen des Buches erneut eine unheimliche Stimmung bei der einem schon ein bisschen ängstlich zumute wird.
Dabei fängt alles eher ruhig an. S.K. Tremayne nimmt sich die Zeit, dem Leser erst einmal seine Figuren, allen voran natürlich Rachel, vorzustellen. Er schafft es, dass man eine Bindung zu ihr aufbaut, mit ihr verschmilzt. Man kann ihr Handlungen verstehen. Fühlt ihre Emotionen und findet sie gleich sympathisch. Erst im Laufe der Zeit ist man sich plötzlich nicht mehr sicher, was mit ihr nicht stimmt. Ob sie durchgedreht ist, oder ob man irgendwas übersieht und bei ihr alles in Ordnung ist. Dieses Verwirrspiel beherrscht der Autor aus dem Effeff. 

»Vielleicht konnte nichts das Verlangen auslöschen, die Liebe; vielleicht blieb sie für immer da, im Dunkeln. Wie das Licht toter Sterne.«
Zitat aus: "Stiefkind"

Auch was den eigentlichen Plot angeht, tappt man als Leser die gesamte Zeit über total im Dunkeln. Meint man zu wissen, was passieren wird, ist sich gar sicher, dass es die ein oder andere Wendung geben wird, wird man schon ziemlich schnell eines besseren belehrt und kann es einfach nicht fassen. Besonders zum Ende hin stand mit der Mund offen und ich wusste gar nicht mehr, was ich denken sollte, da ich mit etwas anderem gerechnet hatte. Diese Neugierde, wie es weitergeht, wie sich alles aufklären wird, was sich der Autor für Rachel und ihre Familie ausgedacht hat, erzeugt eine so hohe Spannung, dass man durch die Seiten nur so rennt. Das Buch mal eben zur Seite zu legen geht einfach nicht. Ist man einmal in dem Sog drin, hört man nicht eher auf zu lesen, bis man am Ende angekommen ist. Dieses hat mich übrigens total überrascht. Positiv. Ich habe mit allem gerechnet, aber auf diese Auflösung wäre ich im Leben nicht gekommen.


In Kürze:

Positiv
Der Plot ist toll.
Von der ersten bis zur letzten Seite spannend.
Die Figuren wirken echt.
Gute Identifikation mit der Protagonistin.
Ich-Erzählerin Rachel.
Viele Wendungen, die überraschen.
Man erlebt die Geschichte, wird ein Teil von ihr.
Das Setting ist großartig beschrieben.
Beklemmendes Gefühl beim Lesen.
Bis zum Ende hat man keine Ahnung, was das alles soll.

Negativ 
Nichts!


Fazit:

Bei "Stiefkind" passt einfach alles. Die Protagonisten, das Setting, die Stimmung, die Gänsehaut. Das alles zusammen mit einer unbändigen Spannung und schon hat man einen richtig guten Psychothriller, der einen nicht mehr loslässt. Ich bin positiv überrascht und nur so durch die Seiten gefegt. Mein momentanes Highlight in 2017!




Weitere Rezensionen:





Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥


3 Zitate

  1. Wow...wie unterschiedlich unsere Meinungen zu diesem Buch sind! Mir hat der Thriller gar nicht gefallen, da er für mich spannungsarm war und die Beschreibungen der Landschaft und der Minen Priorität hatten.
    Aber Gott sei dank haben wir alle einen anderen Geschmack! =)
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Hallo Kitty,

    gibt's ja gar nicht! Ich bin so lange um das Buch geschlichen und nach etlichen eher verhaltenen Rezensionen dazu habe ich es von der Merkliste genommen. Und jetzt schwärmst du mir so vor ... also, dann muss ich mir das wohl doch noch überlegen. Deine Rezension hat mein Interesse neu geweckt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  3. Okay. Damit ist entschieden, welches Buch ich gleich lese wenn ich aus dem Fitnessstudio wieder komme :D
    Viele Grüße <3

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Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
Meine Antwort findest du gleich unter deinem Eintrag.

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Vielen Dank, dass du bei mir warst. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. :)