Kittys kurze Kritik
Dann bin ich eben weg | Die Mitte von allem

22 April 2017 |


Christine Fehér - Dann bin ich eben weg



Obwohl Sina nicht dick ist, passt sie in die geile Jeans von Melli nicht rein. Als sie eines Tages die Butter aus dem üppig belegten Käsebrot ihrer Mutter hervor quellen sieht, überkommt sie der Totalekel. So dick und frustriert will sie nicht werden! Sina beginnt eine Diät. Bald passt sie in die Jeans – und endlich beachtet sie auch ihr heimlicher Schwarm Fabio. Doch irgendwann kann Sina nicht mehr aufhören mit dem Kalorienzählen. Als die anderen merken, was mit ihr los ist, ist sie schon viel zu dünn…





»"Igitt." Ich wende mich ab und gieße schwarzen Kaffee in meine Tasse. Dabei stelle ich mir vor, wie die Butter beim Abbeißen zwischen meinen Zähnen hervortreten wird. Es würgt mich regelrecht im Hals.«
Zitat aus: "Dann bin ich eben weg"



Gefällt mir:

Die Geschichte lässt sich sehr gut lesen und man kann sich sehr gut mit Sina identifizieren. Die Schmach, die sie ab und zu von ihren Klassenkameraden erleiden muss, prallt nicht an ihr ab. Sie ist ein Mädchen, welches sich alles gleich zu Herzen nimmt. Ihr Selbstwertgefühl ist dementsprechend niedrig. Sina kommt einem die gesamte Zeit sehr echt rüber. Sie ist authentisch und setzt ihren Kopf durch. Ihre Gedanken konnte ich verstehen, ihre Emotionen habe ich selbst miterlebt.
Ich fand es erschreckend, wie schnell sie in den Teufelskreis geraten ist. Wie rasant sie immer mehr verloren hat und schließlich unter 40 Kilo wog. Was es mit dem Körper, mit der Psyche anstellt magersüchtig zu sein und auch wie man sich selbst verändert. Ich habe ihr alles abgenommen. Auf jeder einzelnen Seite hatte ich das Gefühl, dass mir die Protagonistin wirklich ihre ganz persönliche Geschichte erzählt.
Besonders gut hat mir gefallen, dass man am Anfang eines jeden Kapitels erfährt, was Sina gegessen hat. Was ihre Mahlzeiten für Veränderungen annehmen ist wirklich sehr krass.


Gefällt mir nicht:

Es wurde mir ein bisschen zu sehr nur an der Oberfläche gekratzt. Ich hätte mir gewünscht, dass man noch etwas tiefer in die Materie geht. Man als Leser noch einen tieferen Blick bekommt.


Bewertung:

"Dann bin ich eben weg" ist ein gut geschriebener Roman, der einen wirklich zum Nachdenken bringt. Man ist die ganze Zeit bei Sina und hofft, dass sie irgendwie noch die Kurve kriegt. Einzig die Kürze des Romans finde ich eher misslungen, denn mit ein paar Seiten mehr hätte man als Leser noch einen tieferen Einblick bekommen, was mir besser gefallen hätte.






Anna Shonida - Die Mitte von allem



Clare liebt ihren Bruder Luke über alles – er ist ihr strahlender Held, mit dem sie Abenteuer erlebt, der ihr das Schwimmen beibringt und der sie beschützt. Seit ihrer Kindheit sitzt Luke jedoch immer wieder im Gefängnis. Als er nun nach vier Jahren frühzeitig entlassen wird, hofft sie, dass er sich dieses Mal geändert hat. Aber bald darauf wird Luke erneut verhaftet. Während Clares Eltern versuchen, den schönen Schein zu wahren, und Luke immer wieder mit offenen Armen empfangen, beginnt Clare, an seiner Unschuld zu zweifeln. War er nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Als Clare schließlich selbst in Lukes Machenschaften hineingezogen wird, will sie wissen, wer ihr Bruder wirklich ist. Sie geht der Vergangenheit auf den Grund. Doch was sie dort findet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen.





»Immer zerbricht alles: das Glas, die Knochen, das Vertrauen, das Zuhause, die Familie, das Herz. Zerbrochen, zerbrochen, zerbrochen, zerbrochen.«
Zitat aus: "Die Mitte von allem"



Gefällt mir:

Zuerst ist die Aufmachung des Buches ein wahrer Augenschmaus. Mir gefällt es sehr, wie das Cover zu der Geschichte passt, denn es zeigt die beiden Protagonisten, um die es bei "Die Mitte von allem" geht.
Gelungen ist außerdem, dass uns Clare ihre Sicht der Dinge aus der Ich-Form schildert. So konnte ich sie besser verstehen und ihre Gedanken nachvollziehen. Man spürt als Leser, wie gern sie ihren Bruder hat und wie enttäuscht sie ist, dass er gerade leider nicht bei ihr sein kann.
Die Geschichte behandelt ein ziemlich ernstes Thema, welches man vorher wahrlich nicht auf dem Schirm hat. Erst nach und nach setzt sich ein Puzzle zusammen. Man merkt gar nicht, wie man von Seite zu Seite immer mehr Teile zusammen setzt, bis man schließlich mit einer Sache konfrontiert wird, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Clare hat mir zusehends leid getan. Nicht nur wegen der Tatsache, dass ihr Bruder gerade nicht "da" ist, sondern auch wegen den ganzen Umständen, die noch ans Licht kommen.
"Die Mitte von allem" geht eher leise und ruhig vonstatten. Am Anfang könnte man glatt meinen, es sei langweilig, doch da täuscht man sich gewaltig. Je mehr man in der Geschichte versunken ist, umso mehr Geheimnisse gilt es herauszufinden, was die Story natürlich sehr spannend macht. Am Ende war ich überrascht, und glücklich ein solch gutes Buch gelesen zu haben.


Gefällt mir nicht:

Es dauerte leider eine Weile, bis ich meinen Platz in der Geschichte gefunden hatte.


Bewertung:

"Die Mitte von allem"  ist ein ruhiges Buch, welches nach dem Lesen noch lange nachhallt. Man sollte nicht meinen, was für ein wichtiges Thema die Autorin hier angesprochen hat. Für mich ein absolut empfehlenswertes Exemplar, welches leider viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat.









Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥



2 Zitate

  1. Hallo Kitty ;-)
    Bei mir ist das Buch schon eine Weile her, aber ich habe es nicht nur gern gelesen, sondern es war eines meiner Highlights in dem Lesejahr (2015).
    Danke für die tolle Rezension.
    Liebst, Hibi

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    1. Es freut mich sehr, liebe Hibi, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat.
      "Die Mitte von allem" hat mich echt sehr überrascht. Unfassbar, wie sich die Geschichte entwickelt und was alles ans Licht kommt.
      Bitte sehr. :)
      Alles Liebe
      Kitty ♥

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Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
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