Rezension:
David Safier - Traumprinz

11 April 2017 |













Original: Traumprinz
27.10.16 | 320 Seiten | Kindler Autor | Leseprobe Kaufen  

Du findest keinen? Mal dir einen!
Welche Frau würde sich nicht gerne den perfekten Mann malen? Die verträumte Comiczeichnerin Nellie hat schlimmen Liebeskummer, als ihr zufällig eine alte tibetische Lederkladde in die Hände fällt. In die zeichnet Nellie ihren Traumprinzen: stark, edel und dreitagebärtig. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, hat der Prinz das Zeichenblatt verlassen und steht leibhaftig vor ihr. Mit Schwert und Kettenhemd. Gemeinsam mit dem ungestümen Prinzen namens Retro macht Nellie sich in Berlin auf die Suche nach dem Geheimnis der magischen Kladde. Denn alles, was man in sie hineinzeichnet, erwacht zum Leben. Dabei erlebt das ungleiche Paar jede Menge Abenteuer: Nellie und Retro kämpfen gegen Skinheads, sie fliehen vor der Polizei und stellen fest, dass böse Kräfte mit der Magie der Lederkladde die Welt zerstören wollen. Das größte Abenteuer jedoch, das die beiden zu bestehen haben, ist das der Liebe.





»Für jemanden, der nicht existieren durfte, konnte er einem ganz schön auf den Geist gehen.«
Zitat aus: "Traumprinz"



Meine Meinung:

Schon zu Beginn war ich völlig entzückt von so viel Witz und Schlagfertigkeit, wie man sie eben von den Romanen des Autors kennt. Ich konnte mir Nelli richtig gut vorstellen und fand mich schon sehr bald in ihrer Rolle wieder. Sie möchte so gerne endlich ihren Traumprinzen für sich gewinnen, doch immer scheint irgendwas dazwischen zu kommen.
Wie es der Zufall so will, erscheint ihr dieser plötzlich, sie hat ihn sich selbst erschaffen, merkt es im ersten Moment jedoch nicht. Besonders diese ersten Szenen haben mir Lachtränen beschert. Es war einfach zu köstlich zu lesen, wie Nelli und Retro durch Berlin gehen und was für Abenteuer sie dabei erleben. Dieses doch eher positive Feedback war zu erwarten, schließlich mochte ich bisher eigentlich fast alle Romane von David Safier, doch wie mir bereits in "Mieses Karma hoch 2" auffiel, verwandelt sich die Geschichte irgendwann von urkomisch zu wirklich albern.

»Ich war hin und her gerissen zwischen meiner Liebe zur Phantasie und der Realität. Nicht nur im übertragenem Sinne, sondern ganz real. [...] Mit der Phantasie hatte ich den Kuss meines Lebens gehabt. Und die Realität behauptete mit einem Mal, mich zu lieben.«
Zitat aus: "Traumprinz"

So auch geschehen in "Traumprinz". Ich hatte das Gefühl, dass der Autor irgendwann immer noch einen draufsetzen wollte. Noch lustiger, noch dramatischer sein wollte. Das Ergebnis war leider eine Aneinanderreihung von Absurditäten, die nicht mehr lustig, sondern mir eher peinlich und albern vorkamen. Einzig die wirklich positive Botschaft, die dieser Roman letztendlich noch zu bieten hatte, hielt mich am Ball weiterzulesen. Letztendlich wurde ich dann aber doch enttäuscht, denn leider gibt es keinerlei große Überraschungen, mit denen der Autor schließlich noch punkten konnte. Das Ende war, wenn auch ziemlich süß, dann doch total vorhersehbar und noch dazu sehr an den Haaren herbei gezogen. Da bin ich viel besseres aus den letzten Geschichten gewohnt. Letztendlich muss ich sagen, dass das Buch bis zur Hälfte wirklich toll ist und es mir auch Freude bereitet hat, danach jedoch immer weiter abfiel. Selbst die wirklich tollen Illustrationen konnten mich da nicht gnädiger stimmen.


Fazit:

"Traumprinz" ist bis zur Hälfte sehr stark und sehr witzig, lässt danach aber von Seite zu Seite immer mehr nach. Beim Humor scheint irgendwann die Luft raus zu sein. Diese weicht Absurdität und Albernheit. Schade. Ich hatte mir mehr erhofft.




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