Rezension:
Caleb Roehrig - Niemand wird sie finden

27 Juni 2017 |

Vielen Dank an den cbj Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

22.05.17 | 416 Seiten | cbj Autor | Leseprobe Kaufen  

Zwei können ein Geheimnis bewahren – wenn einer von beiden tot ist

Flynns Freundin January ist verschwunden. Die Polizei vermutet ein Verbrechen und stellt Fragen, die Flynn nicht beantworten kann. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, schließlich war – ist – er ihr Freund und sie waren in der Nacht vor ihrem Verschwinden zusammen …

Ein grausamer Mord scheint die naheliegende Erklärung zu sein. Doch die Aussagen von Mitschülern und Freunden zeichnen ein völlig fremdes Bild von dem Mädchen, das Flynn so gut zu kennen glaubte. Er muss herausfinden, was mit January geschehen ist, ohne dabei zu verraten, dass er ebenfalls ein Geheimnis hat. Vor seinen Eltern. Vor seinen Freunden. Und vor allem vor sich selbst …






»"Ohne eine Leiche bleibt jedoch die Frage: Was ist mit January McConville passiert?"«
Zitat aus: "Niemand wird sie finden"



Meine Meinung:

Charaktere
January ist ein hübsces Mädchen. Sie geht fortan auf eine Eliteschule, was dem neuen Mann ihrer Muter geschuldet ist. January findet weder ihn noch die Schule besonders toll. Sie ist undurchsichtig und wird schnell zur Zicke.
Flynn ist schon eine ganze Weile mit January zusammen. Er vertraut ihr. Flynn ist nicht auf den Kopf gefallen. Er hinterfragt viel, stellt Nachforschungen an und lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Über sein Geheimnis hat er noch mit niemandem gesprochen.

»"Und ich habe das schreckliche Gefühl, dass ... dass wir January nie mehr wiedersehen werden. Dass sie einfach ... weg ist."«
Zitat aus: "Niemand wird sie finden"

Gesamt
Ohne große Umschweife wird man sogleich Zeuge des Verschwindens von January. Caleb Roehrig wartet nicht erst ab, um einem die Figuren nahe zu bringen, sondern schmeißt einen sofort in den mitreißenden Strudel dieses Buches. Seine Devise? Die Figuren kann man auch später noch nach und nach kennenlernen. Wie Recht er damit doch hat! Von Seite zu Seite griff ich stärker nach Flynns Hand. Er war mir irgendwann so nahe, dass ich das Gefühl hatte, mit ihm befreundet zu sein. Je mehr er in der Ich-Fom erzählte, umso größer wurde meine Sympathie und das Bedürfnis, ihm irgendwie helfen zu wollen.
Während ich immer mehr von der Geschichte inhalierte, breitete sich ein immer größer werdendes Fragezeichen über meinem Kopf aus. Ich hätte Flynn wirklich gerne mit Rat und Tat zur Seite gestanden, doch selbst wenn dies möglich gewesen, die Geschichte eben nicht fiktiv gewesen wäre: Ich hatte bis zum Ende genauso wenig Ahnung was passiert sein könnte, wie der Protagonist, den ich über 400 Seiten lang begleitete.

»Wie man es auch drehte und wendete, meine Freundin hatte mir in letzter Zeit eine Menge verheimlicht und ich fragte mich allmählich, ob ich sie auch nur annähernd so gut kannte, wie ich gedacht hatte.«
Zitat aus: "Niemand wird sie finden"

Was passiert, wenn man keine Ahnung hat, die Neugier aber schier übermächtig ist? Man verschlingt jede Seite, setzt Theorien auf, die man nach ein paar Zeilen wieder über den Haufen wirft und liest einfach weiter. Die Spannung war stets auf dem höchsten Level und stieg auf machen Seiten sogar noch ein Stück an.
Ständig fragte ich mich, was mit January passiert war. Inwiefern sie wirklich das Mädchen war, für dass sie sich ausgab und ob sie vielleicht auch Geheimniss hatte, von denen Flynn gar nichts wusste. Caleb Roehrig schickt seine Leser in einen "Irrgarten Deluxe", aus dem es kein Entkommen zu geben scheint und in dem man schweißüberströmt von einer Sackgasse zur nächsten hetzt. Dieses Tempo hat mir außerordentlich gefallen.
Auf Flynns Geheimnis möchte ich nicht näher eingehen, nur so viel: Ich finde es wichtig, dass es "behandelt" wird, den eigentlichen Plot aber nicht in den Hintergrund drängt. Das und das Ende von "Niemand wird dich finden" war schlüssig und absolut passend.


In Kürze:

Positiv
Spannend
Ich-Erzähler
Nachvollziehbar
Toller Schreibstil
In die Irre führend
Unvorhersehbar
Rasantes Tempo
Guter Plot
Identifizierung mit Flynn wunderbar
Passendes Ende
Kursive Rückblicke in die Vergangenheit

Negativ 
Nichts!



Fazit:

Mit "Niemand wird sie finden" hatte ich einen außerordentlich guten Roman in den Händen, der an Spannung und Tempo fast nicht zu überbieten ist. Ich tappte die ganze Zeit um Dunkeln, was ich sehr genossen habe. Die Auflösung, sowie der Weg dorthin, waren für mich stets nachvollziehbar.




Weitere Rezensionen:





Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥


0 Zitate

Kommentar veröffentlichen

Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
Meine Antwort findest du gleich unter deinem Eintrag.

Spam und Kommentare, die allein zur Werbung dienen, werden kommentarlos gelöscht.

Vielen Dank, dass du bei mir warst. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. :)