Rezension:
Lucy Clarke - Das Haus, das in den Wellen verschwand

03 Juni 2017 |



Original: The Blue
01.06.16 | 384 Seiten | Piper Autorin | Leseprobe Kaufen  

Lana und ihre beste Freundin Kitty wagen das ganz große Abenteuer und verlassen ihre Heimat England, um auf Weltreise zu gehen. Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe junger Globetrotter, die mit ihrer Yacht »The Blue« von den Philippinen nach Neuseeland segelt. Schnell werden die beiden jungen Frauen Teil der Crew, und es beginnt eine aufregende Zeit voller neuer Erfahrungen vor der traumhaften Kulisse der Südsee. Doch auch das Paradies hat seine Grenzen. Denn Lana und Kitty merken bald, dass an Bord nichts ist, wie es scheint. Und als ein Crewmitglied mitten auf dem Ozean spurlos verschwindet, kommen nach und nach die Gründe ans Licht, weshalb ihre Mitreisenden die Fahrt wirklich angetreten haben …





»Dieses Mal habe ich nicht einfach nur einen Fehler gemacht.
Ich habe uns kaputt gemacht.«
Zitat aus: "Das Haus, das in den Wellen verschwand"



Meine Meinung:

Charaktere
Lana hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren. Ihr Vater und ihre beste Freundin Kitty waren die ganze Zeit für sie da. Gerade mit Kitty geht sie durch dick und dünn. Lana ist ein Mensch, der vieles hinterfragt, was andere einfach nur hinnehmen.
Kitty weiß genau, dass sie gut aussieht und nutzt diese gegebene Schönheit sehr häufig aus. Sie hat ein loses Mundwerk, ist allerdings in manchen Dingen auch ziemlich naiv. Oft eckt sie mit ihrer offenen Art an und verletzt ihr Gegenüber, dabei ist dies überhaupt nicht ihre Absicht.
Denny, Aaron, Heinrich, Joseph und Shell sind die Crew auf der "Blue". Aaron ist der Skipper, da ihm die Yacht gehört.

»"Ach, man kann nicht erklären, warum man etwas liebt. Man tut es einfach."«
Zitat aus: "Das Haus, das in den Wellen verschwand"

Gesamt
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Ich habe Lana kennengelernt und war ziemlich neugierig, was sie zusammen mit ihrer besten Freundin Kitty auf hoher See erleben würde. Zu allererst stellte sich mir allerdings die Frage nach dem Warum. Warum lassen die zwei Freundinnen alles zurück? Dieses Schlüsselerlebnis soll man als Leser erst viel später erfahren, was einer der Gründe ist, warum man an dem Buch festklebt und weiterlesen muss.
Besonders geschickt hat Lucy Clarke ihre Geschichte rund um die zwei Frauen aufgebaut: Es gibt zunächst einen Einblick in die Gegenwart, in der etwas Schreckliches passiert ist. Lana ist alarmiert und schwelgt während ihr nichts anderes übrig bleibt als zu warten, in Erinnerungen. Dann gibt es einen Sprung und das nächste Kapitel beschreibt, wie die Freundinnen überhaupt dazu gekommen sind, auf der "Blue" anzuheuern.
Stück für Stück kann man als Leser nun nicht nur Seeluft schnuppern und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen, sondern man lernt auch die anderen Protagonisten, die Crew der "Blue" immer näher kennen. Ich fand es interessant zu lesen, wie sich die Beziehungen entwickelten. Nicht nur Lana, sondern auch der Leser findet sehr schnell heraus, dass es bei weitem nicht so friedlich ist, wie es den Anschein erweckt. Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Besonders die Tatsache, dass es auf einer Yacht natürlich nicht allzu viele Rückzugsmöglichkeiten gibt - wenn überhaupt - ist nicht gerade sehr förderlich für ein gutes Zusammensein.

»Manchmal glaube ich, dass die Monster, die früher unter meinem Bett gewohnt haben, irgendwann in meinem Kopf gezogen sind. Und da bleiben sie jetzt, weil da oben immer was los ist.«
Zitat aus: "Das Haus, das in den Wellen verschwand"

Lucy Clarke baut in ihre Romane stets einen "Was?!-Effekt" ein. Dieser hat mir bei diesem Werk leider völlig gefehlt. Vieles fand ich vorhersehbar, vieles war einfach viel zu sehr in die Länge gezogen. Ich hatte bedauerlicherweise öfter das Gefühl, als würde die "Blue" auf der Stelle auf den Wellen treiben. Trotz dieser eher langweiligen und wie ich finde auch unnötigen Stellen, hatte ich allerdings immer das Gefühl, dass ich weiterlesen muss, um zu erfahren, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege. Diese Spannung zieht sich durch das ganze Buch. Sie ist eher ruhig, aber man merkt den Sog, der von ihr ausgeht.
Bei einer erneuten Schlüsselszene hatte ich die ganze Zeit vor Augen, wie es abgelaufen sein muss. Und ich behielt Recht. An dieser Stelle merkt man als Leser, wie die Crew immer misstrauischer wird. Jeder verdächtigt jeden. Niemand weiß, wem er noch vertrauen kann und wem nicht. Doch dann steht auch die Frage im Raum, ob man sich das alles vielleicht auch einfach nur einbildet und es in Wirklichkeit eine völlig andere, harmlosere Erklärung gibt. Es ist spannend zu lesen, keine Frage. Besonders dass sich im Laufe des Buches immer mehr Dinge aufklären und Licht ins Dunkel bringen. Auch Überraschungen hat "Das Haus, das in den Wellen verschwand" zu bieten, allerdings sind diese eher rar gesät, was ich sehr schade finde.
Mit einem richtig guten Epilog endet unsere Fahrt auf der "Blue" rund und stimmig.


In Kürze:

Positiv
Der Plot ist vielversprechend.
Immer eine gewisse Spannung vorhanden.
Sprünge in die Vergangenheit.
Guter Schreibstil.

Negativ 
Stellenweise zog sich die Geschichte.
Man hätte alles ein bisschen kürzen können.
Vieles habe ich vorausgeahnt.


Fazit:

Wer bei "Das Haus, das in den Wellen verschwand" eine Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Hier handelt es sich eher um einen Roman mit Thrillerelementen, die an sich gut miteinander verknüpft wurden. Leider waren mir einige Stellen allerdings zu vorhersehbar und bis zu einer bestimmten Stelle hat es mir einfach zu lange gedauert.
Ich fühlte mich von "Das Haus, das in den Wellen verschwand" ganz gut unterhalten, so richtig überzeugen konnte es mich hingegen leider nicht.




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Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥


4 Zitate

  1. Hallo Kitty,
    eine wunderschöne Buchvorstellung in ansprechendem Design. :)
    Der Plot hört sich ja sehr interessant an. Und sehr gruselig. Auf einem Schiff allen Menschen zu mißtrauen, mitten auf dem Wasser, das stell ich mir echt übel vor.
    Ich bleibe dir als Follower erhalten
    Daniela / Buchvogel
    #litnetzwerk

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    1. Vielen Dank für deine lieben Worte, Daniela. :)
      Das stimmt. Der Plot hört sich echt eher gruselig an, aber wenn man dann erst einmal auf dem Schiff ist, ist es (leider) nicht mehr so gruselig. Ich hatte mir etwas anderes unter diesem Roman vorgestellt. :(
      Alles Liebe
      Kitty ♥

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  2. Hallo Kitty,

    danke für deine Rezension. Wenn ein Plot zu vorhersehbar ist, vergeht mir auch oft die Lust am lesen. Dann kommt es immer darauf an, ob der Rest überzeugen kann, denn sonst langweile ich mich nur. 🙈😊

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    1. Das kommt mir sehr bekannt vor, liebe Eva. Vieles war wirklich so vorhersehbar, dass es mir die Lust am Lesen genommen hat. Schade! Ich habe die anderen Bücher von Lucy Clarke nämlich sehr gern gemocht. Hoffentlich wird das nächste wieder besser. :)
      Alles Liebe
      Kitty ♥

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Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
Meine Antwort findest du gleich unter deinem Eintrag.

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