Kid & Cat #1
Mein Geburtsbericht

10 Februar 2018 |


Ihr Lieben, ♥

ich habe ja schon berichtet, dass ich euch sehr gerne mehr über mein Leben als Neu-Mama berichten möchte. Hiermit rufe ich jetzt also meine neue Rubrik ins Leben: "Kid & Cat". Ich fand die Bezeichnung irgendwie sehr passend. "Kid" steht für meinen kleinen Zwerg und, nun ja, "Cat" bin dann wohl ich. 😉 Wie alles anfing habe ich euch ja schon erzählt. Wie sich J. allerdings auf den Weg in die Welt gemacht hat, habe ich euch bisher vorenthalten. Ich musste mich erstmal selbst fragen, wie viel ich wirklich preisgeben möchte und was ich lieber für mich behalte. Alles ist nicht schön, und gerade diese Dinge wollte ich eigentlich lieber für mich behalten, doch dann dachte ich mir: Warum?! Es ist nun mal nicht alles Gold was glänzt und vielleicht kann ich mit meinen Worten anderen Neu-Mamis sogar helfen, indem ich ihnen versichere, dass sie nicht alleine sind und dass es vielen anderen ebenso geht, wie ihnen. Ihr habt bestimmt gerade überhaupt keine Ahnung, was ich euch sagen will,aber ich werde es euch noch erklären. In dieser Rubrik. Nur nicht heute. Jetzt erstmal alles von Anfang an:

In der 36. Schwangerschaftswoche (kurz: 36. SSW) war ich schon ziemlich unruhig. Ich habe meinen Mann geärgert mit meinen Stimmungsschwankungen und ganz ehrlich? Ich hatte auch keine Lust mehr schwanger zu sein! Der kleine Mann sollte endlich auf die Welt kommen, damit ich meinen Körper wieder für mich haben würde. Es war nur noch beschwerlich. Meine Füße waren für mich nicht mehr existent, denn ich konnte sie vor lauter Bauch gar nicht mehr sehen! Wenn ich baden wollte, brauchte ich Hilfe, da ich dort alleine gar nicht mehr rausgekommen bin. Ich hatte erneute Rückenbeschwerden, ständig Sodbrennen. Ich war langsam und unfassbar schnell aus der Puste. Ich wurde von Rentnern mit ihren "Buggys" überholt. Hallo?! 😉 Donnerstags hatte ich noch einen Termin bei meiner Frauenärztin, da war ich noch in der 37. SSW. Diese war sehr leise, sagte kein Wort und schaute sich nur den Ultraschall an. Ihre Diagnose: Der Muttermund ist von innen geöffnet. Es könnte sein, dass es sehr bald losgehen würde. Mein Mann und ich sind ziemlich zeitig in die Klinik gefahren, da unser kleiner Schatz BEL (Beckenendlage) gelegen hat, also mit dem Popo unten und mit dem Kopf oben, könnte bei einem vorzeitigen Blasensprung ein sogenannter Nabelschnurvorfall geschehen. Dabei rutscht die Nabelschnur in den Geburtskanal und somit wird die Versorgung des Kindes abgedrückt. Niemand möchte das! 
In der Klinik wurde ein CTG gemacht und quasi Entwarnung gegeben. Das Schlimmst, was passieren könnte wäre, dass es richtig los geht. Nun, darauf haben wir ja eh gewartet. Also ging es wieder nach Hause. Einen Tag später habe ich nur gelegen und mich geschont. Ich habe gelesen und den Haushalt, sowie alles andere völlig ignoriert. Ein bisschen Unruhe machte sich in mir breit. Als mein Mann von der Arbeit nach Hause kam, entspannte ich mich ein bisschen. Heute denke ich, dass ich da schon gespürt habe, dass es bald losgehen wird.


Der Tag der Geburt:

Und so war es auch. Nämlich genau einen Tag später. Um sechs Uhr morgens ging ich noch aufs Klo und dann wieder ins Bett. Und um neun Uhr dachte ich, ich würde mir in die Hose machen. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Ich habe mich tatsächlich etwas geschämt, als ich merkte, dass ich ein bisschen nass gewesen bin. Alles kein Problem, dachte ich mir noch, und ging erneut aufs Klo. Dort merkte ich, dass unkontrolliert Wasser abging. Indem Moment machte es "Klick". "Schatz? Ich habe einen Blasensprung!" "Wie? Was?" Ich hörte, wie er das Bett verließ. Mein Schatz war übelst aufgeregt und hatte ein kleines Brett vorm Kopf. "Was soll ich jetzt machen?" -Pause- "Soll ich erstmal Frühstück machen?" Da hab ich innerlich ein bisschen gelacht. "Nein, kein Frühstück. Wir bekommen gleich ein Baby. Das heißt ich werde operiert und sollte davor wohl besser nichts essen. Würdest du bitte im Krankenhaus anrufen?" Gesagt, getan. Ich hatte zwischenzeitlich Angst, das irgendwas passieren könnte, denn ich erwähnte ja schon die BEL. Ich saß immer noch auf dem Klo und hoffte, es würde alles gut gehen. Ich sprach schließlich selbst noch mit einer Hebamme aus dem Krankenhaus, die meinte, dass es jetzt "eh egal wäre". Ich entschloss mich dennoch für einen Krankentransport. Liegend! Ich hatte im Gefühl, dass die Fruchtblase nicht geplatzt, sondern nur gerissen war. Meinem Sohn ging es gut, das spürte ich, wenngleich mir die Hebamme mit ihrer Frage "Bewegt es sich denn?" (Nein, das tat er zu der Zeit nicht) schon Angst gemacht hatte. Ich dachte mir, dass wenn wirklich nur ein Riss in der Hülle ist, es bestimmt nicht so schlimm ist, als würde sie richtig platzen. Und wenn dies geschehen sollte, wollte ich unbedingt liegen und nicht neben meinem Mann im Auto sitzen. Gesagt, getan. Es dauerte ewig, bis der Krankentransport kam und dann noch mal eine gute Dreiviertelstunde, bis ich im Krankenhaus ankam. Es wurde erneut ein CTG gemacht: Mit Babyboy war alles in Ordnung. Ich selbst war immer noch die Ruhe selbst. Es lief so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zwar hatte ich eigentlich erst einen Kaiserschnitt-Termin am 9.11. gehabt, geplant, da BEL, und mich darauf eingestellt, aber so, mit Blasensprung und leichten Wehen gefiel es mir viel besser, da so mein Sohn selbst bestimmen konnte, wann er bereit war. Ich wollte ihn nicht einfach so aus seiner Höhle rauswerfen.
In der Klinik, als alles besprochen und alle Dinge vor der OP fertig gemacht wurden, warteten wir schließlich nur noch auf meine bessere Hälfte. Dieser hatte vor lauter Aufregung meine Tasche vergessen, wo sich mein Mutterpass drin befand. Als er endlich ankam, ging es gleich in den OP. Das Team war einsame spitze. Sie kümmerten sich sehr gut um mich und meinen Mann und nahmen ihm die Angst. Er redete ununterbrochen und ich grinste nur, weil ich so froh war, dass es endlich los ging und ich gleich meinen kleinen Bauchzwerg bekuscheln konnte. Nachdem mir die Spinalanästhesie gelegt wurde und diese zu wirken begann, ging es auch schon los. Der Krankenpfleger erzählte irgendwas und meinte dann, dass sie schon mitten drin sind. Ich war erstaunt, weil ich es gar nicht mitbekommen hatte. Und dann habe ich gemerkt, wie sie mir im Bauch rumgerüttelt haben. Leute, das war 

e.c.h.t  n.i.c.h.t  s.c.h.ö.n!!! 

Mir wurde richtig übel, was ich auch sagte. Schwupps, wurde mir etwas durch den Zugang verabreicht und es ging wieder. Dieses Gefühl auf der Pritsche zu liegen, so hilflos ausgeliefert und nichts machen zu können, war nach einer Zeit die totale Folter für  mich. Ich bekam noch einmal etwas gegen die Übelkeit, weil ich kurze Zeit später wieder das Gefühl hatte, ich müsse mich übergeben. Keine Ahnung, wie man "gerne" per Kaiserschnitt gebären kann. Für mich war es kein schönes Gefühl. Klar, es tat nicht weh und ich hatte auch ein tolles Team um mich drumherum, aber dieses ausgeliefert sein ist echt nicht toll. Als ich endlich den erlösenden Schrei meines Sohnes gehört habe, war ich erleichtert und habe bitterlich geweint. Mein Mann verdrückte ebenfalls ein paar Tränen, als Mini  über die Abdeckung zu uns hingehalten wurde, bevor er kurz untersucht wurde. Dann wurde er mir auf die Brust gelegt, damit wir uns kennenlernen und bekuscheln konnten. Und das Erste, was der kleine Mann machte? Er pinkelte mich erstmal an. *lach* Aber das war völlig nebensächlich. Nach einer ganzen Weile wurde mir der Winzling erstmal wieder weggenommen, damit ich aus dem OP gebracht werden konnte. Draußen angekommen wurde mir mein Kleiner wieder gegeben und wir fuhren zur "Aufwachstation". Dort wurde er mir zum ersten Mal angelegt, und ich konnte wieder runterkommen. Ich war erschöpft und ich kam mit der Situation nicht so klar. Ich war Mutter?! Im Ernst?!

Ja, das war, bzw. das bin ich. Ich wusste überhaupt nicht, was ich fühlen sollte. Ich war, wie gesagt, total groggy. Die Betäubung wollte irgendwie nicht nachlassen und mit dem Stillen wollte es auch nicht so recht funktionieren. Dazu hatte ich unfassbar großen Durst und wollte endlich auf mein Zimmer. Die Station, auf der ich lag, war sehr ungemütlich. Ich hatte in der Zeit überhaupt nicht das Gefühl gerade ein Baby zur Welt gebracht zu haben, sondern einfach nur operiert worden zu sein. Es waren merkwürdige Gefühle, die ich bis heute nicht benennen kann.

Bedauerlicherweise lief ansonsten nichts so, wie ich mir das ausgemalt hatte. Daran habe ich bis heute zu knabbern und es wird bestimmt auch noch eine ganze Weile dauern, bis ich das alles verarbeitet habe. Näher darauf eingehen, werde ich in einem neuen "Kid & Cat", denn wenn ich das hier noch alles schreiben würde, würde ich den Rahmen total sprengen. Also belasse ich es jetzt erst einmal dabei und vertröste euch aufs nächste Mal.




Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥


6 Zitate

  1. Hallo und gratuliere zum Baby!

    Ein schöner Bericht und da sieht man mal wieder, wie es alles anders kommen kann als man denkt.
    Meine Kinder haben sich beide Zeit gelassen, sehr viel Zeit. Was dazu führte, dass sie sehr groß und sehr schwer waren. Die Geburten waren spontan und ziemlich heftig, aber relativ kurz. Aber das ist inzwischen Schnee von gestern.

    Ich wünsche euch eine schöne gemeinsame Zeit.
    Alles Gute,
    Barbara

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    1. Vielen Dank, liebe Barbara für deine positive Rückmeldung und deinen lieben Kommentar. :) Ja, es kommt wirklich meist anders, als man denkt.
      Wow! Ich hatte echt Angst vor einer spontanen Geburt, da der Kopfumfang immer größer war, als "üblich". 37+0 hatte der Kleine schon einen von 38cm. Wenn er da bis zum ET gewartet hätte, mag ich gar nicht drüber nachdenken, wie groß er noch geworden wäre. Mal davon abgesehen wurde mir aber ja sowieso von vorne rein gesagt, dass wenn er sich nicht dreht, ich um einen KS nicht drumrum komme. Er war allgemein zu groß für mein Becken.
      Respekt an dich! Kurz, aber heftig habe ich schon ziemlich oft gehört.
      Ich denke noch ziemlich oft an die Geburt, aber mittlerweile komme ich besser damit klar.
      Alles Liebe für dich und deine Familie. ♥
      Kitty

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  2. Hallo Kitty,

    auch wenn mich die Themen nicht betreffen, war es sehr schön den Geburtsbericht zu lesen und ich bin sehr gespannt was du noch so erzählen wirst.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Kaiserschnitt nicht die angenehmste Lösung ist und es tut mir sehr Leid, dass du keine guten Erfahrungen gemacht hast. Aber ich bin sicher, dass man mit der Zeit ein bisschen Abstand davon bekommt und die schönen Augenblicke überwiegen.

    Hab einen schönen Sonntag :)
    Julia

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    1. Vielen Dank, Liebes. ♥
      Ich hatte, und habe immer noch, Angst, wie die Rubrik allgemein ankommen wird. Die Bücher sollen auf keinen Fall in den Hintergrund gerückt werden, allerdings musste ich einfach mal was verändern. Und dann kam mir diese Idee.

      Danke! Mittlerweile geht es mir, was die Erinnerung angehen, schon viel besser. Sie geraten langsam aber sicher in den Hintergrund. :) Schon jetzt überwiegen die schönen Augenblicke. :)
      Alles Liebe
      fühl dich gedrückt!
      Kitty

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  3. Oh nein, dieses Füßchen! Und das Händchen! Mein Herz schmilzt dahin, Liebes! <3

    Dass ein Kaiserschnitt nötig war, tut mir sehr leid. Ich selbst hatte auch einen, allerdings einen Notkaiserschnitt und da lag ich in Vollnarkose. Habe also von diesem Geruckel gar nichts mitbekommen. Allerdings auch nichts davon, dass mein Kind das Licht der Welt erblickt hatte. Das stimmt mich bis heute traurig. Natürlich ist mir klar, dass es einfach nicht anders ging und dass ein Notkaiserschnitt ja schon alles sagt, aber es ist ein sehr komisches Gefühl, aus der Vollnarkose aufzuwachen und ein Kind in den Arm gelegt zu bekommen, dessen Geburt du gar nicht miterlebt hast.

    Ich freue mich jedenfalls riesig über deine neue Kategorie und bin schon gespannt, was du sonst noch so zu erzählen hast!

    Ganz liebe Grüße und einen dicken Knuddler für den Minimann,
    Maike

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    1. *lach* Ja, das schmilzt man wirklich dahin, Liebes. ♥ Selbst, wenn der kleine Mann schreit, ist er noch süß. ♥ Auch, wenn es mir das Herz bricht, wenn er es tut. :(
      Das war von Anfang an meine Horrorvorstellung. Tut mir Leid, dass du sogar einen Not-KS hattest. :( Ich hatte mir das ja alles komplett anders vorgestellt, aber konnte zumindest den ersten Schrei meines Sohnes hören. Wie dem auch sei: Ich hoffe, dass ich, sollte es zu einem zweiten Mini, oder zu einer zweiten Mini kommen, auf jeden Fall spontan gebären kann. Auch, wenn ich da ne mords Angst vor habe. (Ich bin echt ne Memme ;) )
      Es freut mich, dass du gespannt auf weitere Beiträge bist. Ich bin gespannt, wie sie ankommen werden. Werde auf jeden Fall nicht nur von der Sonnenseite berichten, sondern auch ansprechen, was nicht so toll ist.
      Ganz liebe Grüße zurück. Den Mini habe ich von dir geknuddelt. Doppelt. ;)
      Alles Liebe
      Kitty

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Hi! :)
Schön das du hier gelandet bist! Ich bin für Lob und Kritik sehr dankbar und freue mich über jeden einzelnen Kommentar.
Meine Antwort findest du gleich unter deinem Eintrag.

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Vielen Dank, dass du bei mir warst. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. :)